Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 216 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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216 No. 7 Im Kurs selbst wird eine Zeitepoche nach der anderen systematisch behandelt. Der Geschichtsvortrag kann auch oder besser, soll sogar von den Teilnehmern selbst gehalten werden. Einzelvorträge über „Jüdische Kunst“, „jüdische Erfinder und Entdecker“ und ähnliche Themen können manchmal eingeschaltet werden. Nach dem Qeschichtsvortrag wird Lektüre betrieben. Gedichte, Skizzen und Dramen jüdischen Inhalts können gelesen und erörtert werden. Die Kursbibliothek steht auch den Teilnehmern zur Verfügung, um sie auch außerhalb des Kurses mit jüdischen Dingen zu beschäftigen. All dies zeigt, daß Leiter wie auch Hörer der Kurse Freude an der Teilnahme gewinnen müssen. Geringe Mittel und ein wenig guter Wille ermöglichen es. med. Isidor Klaber-Wien. Kongreßfahrt des Jüdischen Ruderklubs „Ivria“. Von Ernst Wolff (Berlin). Am Sonntag, den 24. August, morgens 7 Uhr sah man auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin eine kleine Menschenansammlung: 4 schmucke junge. Leute im blauen Anzug mit Klubmütze, umgeben von einigen Zivilpersonen, welche die kühnen Reisenden mit guten Ratschlägen, Mahnungen zur Vorsicht und Schokolade versahen. Man bestieg den Zug und verließ 7 Uhr 30 Minuten das gastliche Berlin. In der Eisenbahn wurden die vier Jünglinge außerordentlich angestaunt, sonst aber nicht weiter behelligt. Nachmittags um 5 Uhr fuhrfen wir in die Bahnhofshalle von Regensburg ein.. Wir besichtigten die alte Stadt und freuten uns an den ehrwürdigen Bauten. Aber sehr früh wurde die Klappe aufgesucht, denn der folgende Tag sollte volle Arbeit und Anstrengung bringen. Montag früh traf der fünfte Mann in Regensbrg ein, so daß nunmehr die Mannschaft vollzählig war: Rechtsanwalt Exiner, Referendar Hirschfeld, Referendar Schwabe, cand. med. Wolff und unser bewährter Steuermann Mandelbaum. Der Spediteur hatte unseren Vierer „Ivria“ in dem Hafengebiet der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft zu Wasser gebracht. Wir verstauten unter der fachmännischen Assistenz einiger dort vorhandener Seebären unser nicht geringes Reisegepäck. Als alles Gepäck im Boot untergebracht war, verstauten wir uns selbst darin und stachen in See unter lautem Hurra der inzwischen versammelten Zuschauer und Hedad unsererseits. Da wir von unserer etwas trägen Spree nicht derartige Stromverhältnisse gewohnt waren, gelang es uns bei der Abfahrt beinahe, eine große Zille zu rammen, die 100 Meter stromabwärts lag. Doch blieb die Zille durch ein gütiges Schicksal davor bewahrt, und so dampften wir gemütlich zwischen den sanft ansteigenden Ufern der Donau vorüber an dem weit ins Land schauenden Tempelbau der Walhalla, ostwärts. Allmählich verlangsamte sich die Strömung, die Hügel traten zurück und wir begrüßten das altertümliche Städtchen Straubing. Die Sonne sank, wir fuhren im stillen Abendfrieden vorüber an Dörfern und Feldern. Fern im Osten tauchten die dichtbewaldeten Berge des Bayerischen Waldes auf und Bogen, der Ort, den wir uns