Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 215 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 215 eventuellen seitens der Schulbehörden gemachten Schwierigkeiten zu begegnen. Sie werden durch Eintragung in das Wanderbuch in Evidenz gehalten und in Züge von je 16 Wanderern, die sich wieder in Schwärme und Rotten gliedern, eingeteilt. An der Spitze jedes Zuges steht ein für denselben in jeder Hinsicht verantwortlicher Führer (Führerin). Die Führerschaft bildet unter Vorsitz des von ihr gewählten Obmannes ein eigenes Kollegium, dessen Beschlüsse in gewissem Belang der Ueberprüfung durch den Vereinsvorstand unterliegen. Bei der Auswahl der Führer, deren Ernennung über Vorschlag des Ortsgruppenvorstandes durch die Leitung des Zentralverbandes erfolgt, muß mit Rücksicht auf die denselben auferlegte Verantwortung mit besonderer Vorsicht und Gewissenhaftigkeit vorgegangen werden. Ihre Ausbildung erfolgt in besonders abzuhaltenden Kursen über erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen, Hygiene des Wanderns, Kartenlesen und Orientierung im Terrain, Mineralogie und Botanik etc. Der Pflege des jüdischen Liedes soll eine in Berlin erschienene Sammlung geeigneter jüdischer Lieder dienen. Ueber die Einrichtung dieser Führerkurse, über den Abschluß der sich als notwendig erweisenden Versicherung von Führern und Wanderern Kegen Unfall bzw. Haftpflicht, über Beschaffung der notwendigen Ausrüstungsgegenstände, sowie der in allen Ortgruppen einheitlich zu wählenden Kleidung der Führer und Wanderer erteilt bis zur erfolgten Konstituierung des Zentralverbandes der jüdische Wanderbund1 „Blau-Weiß“ in Wien gerne jede erforderliche Auskunft und1 übersendet auf Wunsch auch die zur Gründung benötigten Statutenexemplare. Diesbezügliche Zuschriften sind an den I. Schriftführer, Herrn Jur. Jakob Landau, Wien II, Zirkusgasse 10, zu richten. Wir hoffen, daß die allgemeine Zustimmung und Begeisterung, welche die Wanderbewegung allenthalben in den jüdischen Kreisen ausgelöst hat, sich nunmehr, da die der Ortsgruppengründung im Wege stehenden Schwierigkeiten bei Seite geräumt sind, sich alsbald in frische, fröhliche Tat umsetzen und uns in naher Zukunft eine stattliche Anzahl von Ortsgruppen bescheren wird. Organisation jüdischer Geschichtskurse (nach dem Muster der von der W. Z.V. in Wien errichteten Kurse). Das jüdische Volk seine Geschichte lieben zu lehren, ist unser Bestreben. Nicht Zahlen und Namen der Vergangenheit sind für uns von Bedeutung. Verstehen und Begreifen müssen wir den Entwicklungsgang unseres Volkes, wenn wir für seine Zukunft wirken wollen. Junge arbeitsfrohe Menschen, seien es nun Hochschüler, Beamte oder erst Mittelschüler der obersten Klassen, erscheinen geeignet, Kurse zu leiten. Wir fordern vor allem vom Kursleiter freundschaftliches Entgegenkommen seinen Hörern gegenüber, denn nur so werden unsere Zöglinge ihr Volk lieben lernen und freudig für dasselbe schaffen wollen. Der Unterricht wird durch Vorführung von Bildern eventl. Lichtbildern ergänzt. Es wird auch Quellenstudium betrieben. (Beispielweise Bibelübersetzungen, Urkunden.) Es werden in das jüdische Museum Exkursionen unternommen, jüdische Friedhöfe gemeinsam besucht, an den Gräbern bedeutender Menschen von ihrem Wirken gesprochen oder die Zeit, in der sie gelebt, geschildert.