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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 214

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 214 (sequence 20)
Language
German
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214 No. 7 Wie gründet man einen Jüdischen Wanderbund? Von Otto Gersuny (Wien). In die Reihe jener Institutionen, die sich die körperliche und nationale Erziehung der jüdischen Jugend zum Ziele gesetzt haben und damit eine der vornehmsten Aufgaben der jüdischen Renaissancebewegung erfüllen, ist vor wenigen Monaten eine neue Korporation getreten, welche sowohl im Hinblick auf die Art ihrer Betätigung, als auch deshalb, weil ihre Arbeit vornehmlich die ganz Jungen heranzieht und so den Boden vorbereitet -für die Tätigkeit der übrigen Organisationen, eine fühlbare Lücke in dem sich immer mehr vervollkommenden System der jüdisch-nationalen Jugendfürforge ausgefü'llt hat. Durch den Aufenthalt im Freien, durch ausgedehnte Wanderungen soll der Körper gestärkt werden, durch die Wiedererweckung und Belebung des den Juden in Ghetto abhanden gekommenen Naturgefühls, durch Vermittlung der Kenntnis von Stein und Pflanzen Geist und Gemüt belebende Förderung erfahren, durch die von einer straffen Disziplin geforderte Unterordnung des eigenen Willens unter ein gemeinsames Ganze endlich soll Pflichtbewußtsein. Zusammengehörigkeitsgefühl und überzeugter Gehorsam den Wanderern eingepflanzt und durch Pflege des jüdischen Liedes und jüdischer Gesinnung das Werk seine Krönung erhalten. Diese Bestrebungen unseres vor einigen Monaten gegründeten jüdischen Wanderbundes „Blau - Weiß“ in Wien haben dem jungen Verein nicht bloß die Sympathien der Wiener jüdischen Bevölkerung gewonnen, sondern es sind uns auch aus der österreichischen Provinz so zahlreiche Kundgebungen und Mitteilungen über beabsichtigte ähnliche Gründungen zugekommen, daß wir uns, um die Einfachheit und Geschlossenheit dieses so wichtigen Zweiges der jüdischen Jugenderziehung zu sichern, entschlossen haben, an die Konstituierung eines Zentralverbandes des Oesterreichischen Bundes „Blau - Weiß“ für jüdisches Jugendwandern zu schreiten. Die Statuten unseres Verbandes, dem als Mitglieder neben dem in eine bloße Ortsgruppe umzuwandelnden Wiener Verein die einzelnen bereits in Gründung begriffenen oder noch zu gründenden Ortsgruppen angehören sollen, sind ebenso wie das Ortsgruppenstatut vom k. k. Ministerium des Innern bereits genehmigt, so daß der Gründung von Ortsgruppen, über deren Modalitäten die folgenden Zeilen Aufklärung bieten sollen, nichts mehr im Wege steht. Eine solche Gründung hat ihren Ausgang zu nehmen von der Konstituierung des Elternverbandes, die nach vorheriger Anmeldung bei der politischen Behörde unter Berufung auf die bereits genehmigten Statuten in einer ad hoc einberufenen konstituierenden Generalversammlung ohne weiteres erfolgen kann. Für diesen Elternverband, dem die Vertretung des Vereines nach außen, die Beschaffung der nötigen Geldmittel, die Heranbildung und Auswahl der Führerschaft und die Gewinnung und Organisation der Wanderer obliegt, sind möglichst viele maßgebende Persönlichkeiten des betreffenden Ortes zu gewinnen, doch genügen im Notfälle zur Gründung drei Personen, welche das 18. Lebensjahr überschritten haben. Die Generalversammlung hat die Wahl des Vorstandes vorzunehmen, worauf die Tätigkeit des Vereines mit der Anmeldung des Vorstandes bei der politischen Behörde zu beginnen hat. Die Wanderer selbst sind nicht Mitglieder des Vereins. Auf die allgemeine Kenntnis dieses Umstandes ist besonderes Gewicht zu legen, um

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