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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 212

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 212 (sequence 18)
Language
German
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212 No. 7 so denken, — und es gibt ja auch noch den Alt-Wandervogel, der durch die Führerzeitung nicht repräsentiert wird! Im „Deutschen Reich“ wird stehen: „Man wird abwarten müssen . Darauf ist zu erwidern, daß die Stimme der Führerzeitung gerade deswegen so gewichtig ist, weil sie kein amtliches Blatt, sondern ein halb vertrauliches Organ ist, daß die innersten Regungen des Wandervogels widerspiegelt. Es ist zu erwidern, daß der Herausgeber der Führerzeitung, Friedrich Wilhelm Fulda, nicht bloß einer der feinsten Köpfe der Bewegung, sondern auch einer ihrer einflußreichsten Männer ist. Und schließlich beruhigt uns der Redakteur des Heftes über den Verdacht, daß es nur vereinzelte Aeußerungen aus der Führerschaft in willkürlicher Auswahl wiedergäbe. Er schreibt: „Den Feigen zum Trotz den Skeptikern zum Erstaunen den „Idealisten“ zum „Erbauen“ erscheint dieses Heft — und zwar in dieser Zusammenstellung. Vieles wird doppelt und dreifach gesagt — das schadet nicht, obgleich's nicht wahrer dadurch wird. Den Neugierigen sei gesagt: auf der „Redaktion“ liegt noch viel mehr! Aber alles — antiseptisch! Also: fürs Berliner Tageblatt ist nichts mehr zu holen. Ich wage, das gesamte mir vorliegende Material als eine kräftige Willenskundgebung der Wandervogelführer anzusehen. Auch wage ich zu glauben, daß jeder, der nur diese Auswahl der Zuschriften studiert haben wird, zu dem Ergebnis kommen muß, daß hier eine einmütige und klare Stellungnahme des Wandervogels vorliegt, die um so erfreulicher ist, als nicht Satzungen und jahrelanges „Aufklären“, sondern lediglich ein durch die Berührung mit der Natur wieder gesundeter Instinkt Ursache ist. Heil dem Wandervogel, der so unverhofft gute Frucht bringt!“ Im Oktoberheft ist es auch nur ein Mann, der — wie schon vorher Wilker — nicht gerade für die Juden, aber doch für die Integrität der Bundessatzungen eintritt! Dem Einsichtigen ist es übrigens klar, daß es in längstens zwei Jahren im Wandervogel und Alt-Wandervogel und im Pfadfinderbunde keine Juden mehr geben wird. Dann wird auch für Herrn Konsul Baschwitz, den Vorsitzenden des Pfadfinderbundes, die Glocke geschlagen haben, dem die „Deutsche Tageszeitung" schon vor einiger Zeit geraten hat, er möge lieber mit Apfel um den Vorsitz im neutralen jüdischen Jugendverbande rivalisieren. Immerhin werden unsere jüdischen Gegner die Situation bald erkennen und dann mit Recht in Erregung geraten. Das Neue an dem Vorgänge ist, daß hier ein antisemitischer Schlag gegen Kinder geführt wird, ein Schlatt der auf das Verhältnis der jüdischen und christlichen Schüler in den Schulen, selbst nicht ohne Rückwirkung bleiben wird. Von der Bedeutung des Wandervogels war oben schon die Rede. Vielleicht übertreibt Fulda, wenn er in seiner Schrift „Die Beispielspädagogik im Wandervogel“ den Wandervogel eine Freie Erziehungsgemeinde nennt. Jedenfalls ist die Wirkung des Wandervogels auf die gemütliche Entwicklung der Schüler keine geringe. Schon dringt der Wandervogelgeist über die Grenzen der Schule

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