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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 207

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 207 (sequence 13)
Language
German
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No. 7 207 um mit dem Führer die Bahnstation El fule zu erreichen und von hier aus Merchawja zu suchen. Um zwei Uhr gelangten sie, nur durch einen glücklichen Zufall geführt, an ihr Ziel. Um drei gingen von Merchawja Schomerim und ein Wagen mit Brot und Wein ab, der uns um sechs Uhr früh erreichte. Gegen acht trafen wir endlich alle in Merchawja ein, aßen und schliefen dann bis mittag. Nachmittags ging es wieder weiter. Zunächst gegen den Tabor hin, der wie ein gewaltiger Kegel aus der Ebene herausragt. Dann um den Fuß des Berges herum nach Mescha, wo wir, unserer einmal angenommenen Gewohnheit treu, in vollster Dunkelheit eintrafen. Mescha bot uns sogleich den Typus der galiläischen Kolonien. Eine — vom ästhetischen Standpunkt wenig erfreuliche — recht preußisch anmutende Gleichartigkeit der aus roh behauenen Steinen aufgeführten und mit roten Ziegeln gedeckten Häuser. Die Haupttätigkeit ist der Ackerbau; keine Plantagenwirtschaft. Dagegen besitzt jeder Kolonist Großvieh genug, um den eigenen Bedarf an Milch, Butter und Käse zu decken. Reibereien mit Arabern sind hier häufiger, und so fanden wir am nächsten Tage Jemma wie eine kleine Festung rings von einer Mauer umgeben. Das galiläische Landschafts- Bild ist trotz des Waldmangels ein ungemein abwechslungsreiches und schönes. Und als wir von Poria aus tief unten den Tiberiasee erblickten, da fand unsere Freude keine Grenzen. Poria ist ein Besitz von 50 amerikanischen Juden, die sich zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen haben, Jahr für Jahr eine bestimmte Summe einzahlen und davon ihr gemeinsames Land kultivieren und bebauen lassen. So werden sie für einen verhältnismäßig geringen jährlichen Beitrag Landbesitzer in Palästina und haben außerdem jederzeit die Gelegenheit, in der neben dem Besitztum angelegten Villenkolonie sich anzusiedeln. Uns gefiel diese Art der Persönlichkeitsverknüpfung mit Palästina ungemein. Vielleicht wird sich auf diese Weise auch für uns deutsche Juden am leichtesten eine Möglichkeit ergeben, unser Palästinainteresse zu betätigen um eine spätere Uebersiedelung vorzubereifen. Wie in jeder der größeren Besitzungen, so aßen wir auch hier in der Arbeiterküche gemeinsam mit den jüdischen Arbeitern, die uns durch ihr kameradschaftliches Entgegenkommen, ihre Lieder und Tänze erfreuten. Von Poria ging es hinunter nach Kinereth, wo sich ein ausgedehntes «Badeleben am Tiberiassee“ entwickelte. Hier wie im gegenüberliegenden Gagania führte uns Dr. Ruppin und Dr. Franz Oppenheimer in zuvorkommender Weise in die Idee und die Aufgaben der Siedlungsgenossenschaften ein. Von Dagawia brachte uns ein Dampfboot nach Tabcha, von dort unsere eigenen Beine unter Ach und Weh bei strahlender Sonnenglut nach Rosch Gm ah (11. IV.). Hier gab uns der Schabbos den ersehnten Ruhetag. Wir landen bei den Kolonisten die denkbar beste Aufnahme und erholten uns von den Strapazen der letzten Tage. Auch hier turnten wir, zur besonderen Begeisterung der Schuljugend und schleunigen Nachahmung der — Araber, vms uns viel Vergnügen machte, aber auch mancherlei zu denken gab. Ein Neschef (Vortragsabend) zeigte, was Palästinas Jugend leisten kann. Besonders gerne erinnern wir uns einiger Kinderchöre und' der turnerischen uebungen des Kindergartens. M u- (13. IV.) ging es steil hinauf nach Safed. Die Herren vom makkabäerorden, der hier sowohl Aschkenasim wie Sefardim zu Mitgliedern ählt und unter Soffermanns Leitung tüchtige, aber schwere Arbeit leistet, eigten uns die eigenartig romantisch gelegene Stadt, die vom höchsten erge des cisjordanischen Palästinas, dem Dschebel dschermak, überragt O Rf ^°n Safed King es wieder südwärts, zunächst nach Migdal, einer r°ßfarm, zu deren Besitzern auch Professor Warburg gehört, und von dort n Ufern des Tiberiassees entlang nach Tiberias, das von außen einen

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