Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 199 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 199 lern exakt ausgeführt, einen wundervollen Anblick gewährten. Wenn die beiden Vorturner die einzelnen Uebungen vorturnten, dann Burin die Fahne schwenkte und die vielen Hunderte von Turnbrüdern die Uebungen tadellos wiederholten, dann konnte nicht nur ein Fachkundiger, sondern auch ein Laie sehen, welch eine Leistung da geboten wurde. Im Kinematographen, der manche Aufnahme machte, wird sich das alles nach- Priifen lassen. Auf den Bildern wird man aber auch das Publikum sehen, wird die Festgäste auf der Mitteltribüne weit vorgebeugt, in den merkwürdigsten Stellungen höchstgespannter Aufmerksamkeit schauen können und trotzalledem auch nicht die entfernteste Ahnung von dem unauslöschlichen Eindruck empfangen, den das große Jüdische Turnfest auf Alle machte, auf die Turner nicht minder als auf die Zuschauer. Wenn auch bei dem Sportfeste, das am Tage darauf wieder Tausende Zuschauer nach der Hohen Warte führte, große Begeisterung herrschte, so konnte doch die aufs höchste gesteigerte Empfindung des Vortages natürlich uicht mehr eintreten. Es waren oft höchst achtbare Leistungen, die da geboten wurden, einzelne vorzügliche sogar, und manche, wie die beim Laufen über 100 Meter und 1500 Meter, brachten spannende Kämpfe. Beim Stafettenlauf herrschte große Erregung und einzelne Leistungen beim Speerwerfen, Diskuswerfen, Hoch- und Stabhochwie Weitsprung lösten oft lebhaftesten Beifall aus. Das Hauptinteresse der Mehrzahl der Zuschauer galt aber doch dem Fußballmatch zwischen Hakoah-Wien und V. A. C. aus Budapest. Das aufregende Spiel zeigte die prächtigen Leistungen beider Vereine im hellsten Lichte und war ehrenvoll für beide. Turn- und Sportfest haben zwei Tage lang, zwei wunderschöne Tage, Tausende von Juden von den Fortschritten in der Arbeit unserer Turn- und Sportvereine überzeugt. Soll es bei der Ueberzeugung allein bleiben? Das wird hoffentlich nicht der Fall sein. Wer eine Zukunft des Jüdischen Volkes will, der muß auch seine körperliche Renaissance wollen. Kein volksbewußter Jude darf der jüdischen Turnsache fernbleiben. Hier, bei unserer Turnsache, vor allem wird sich zeigen, auf wen ernstlich gerechnet werden darf. Ich hege die frohe Hoffnung, daß das Jüdische Turnfest auch die Lauen und Indifferenten zu hingebungsvollen Freunden jüdischer Turnarbeit gemacht hat. *) Der XI. Zionistenkongreß. Von Rechtsanwalt Dr. Salli Hirsch -Berlin. Wenn ich an dieser Stelle über den Kongreß berichten soll, so kommt es mir in erster Linie darauf an, ein Blid zu geben von der Stimmung, die uns Kongreßbesucher in Wien beseelt hat. Die während des Kongresses herrschende Festtagsstimmung ist hur wenig abhängig von der Art und dem Ergebnisse der auf dem Kongresse geführten Reden: Oute Reden bekommen wir auch außerhalb des Kongresses zu hören, und auch die Arbeit der zionistischen Organisation wird mehr zwischen den Kongressen als auf ") bringen. Den turntechnischen und sportlichen Bericht wird da^1 nächste Heft Die Red.