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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-08-01 · 6 (August/September 1913) · p. Seite 190

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
6 (August/September 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 190 (sequence 24)
Language
German
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190 No. 6 angehören. Die Ij. Mannschaft, die bisher in der IIB - Klasse spielte, hat heuer in den Meisterschaftsspielen kein Spiel verloren und den 1. Platz ihrer Klasse eingenommen und wurde jetzt in die HA-Klasse, die Vorstufe der Erstklassigkeit, eingereiht. Auch ihre auswärtigen Spiele in Troppau, Bielitz- Biala, Preßburg u. a. beendete die Hakoah, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits die Aufmerksamkeit der Fußballkreise auf sich gezogen hat, siegreich. Heuer wurde in Wien auch ein Wanderbund „Blau-Weiß“ begründet, dessen Idee sehr rasch allgemeinen Knklang fand. Es ist zu hoffen, daß insbesonders die „Wanderbünde“ auch bei der jüdischen Jugend der andern österreichischen Städte Eingang finden. In den Alpenländern, deren jüdische Bevölkerung sehr klein ist, besteht nur in Qraz der 1904 gegründete und wacker arbeitende Jüdische Turnverein; besser steht es mit der Turnbewegung in den Sudetenländern. In der alten Metropole Prag wurde 1905 ein jüdischer Turnverein gegründet, der sich auch sehr schön entwickelte, vor einigen Jahren aber wegen Mangel eines geeigneten Raumes seine Tätigkeit einstellen mußte. Im vorigen Jahre gelang es jedoch einigen zielbewußten Turnern, einen Winter- und einen schönen Sommerturnplatz zu finden, und der Turnverein hat auch bald seine frühere rege Wirksamkeit erreicht. Außerdem besteht in Prag eine Fußballsektion des jüdischen Arbeitervereines Poale-Zion unter dem Namen „Hagibor“, die über zwei Mannschaften verfügt und ungefähr drittklassige Leistungen auf' weist. Zu Böhmen besteht sonst nur noch in Pilsen eine Turnriege des Pilsner jüdischen Volks-Vereins „Zion“. In Mähren ist in Bielitz der älteste jüdische Turnverein, der Bielitz-Bialaer Jüdische Turn-Verein, der 1898 begründet wurde, ihm folgte 1900 Mährisch-Ostrau, 1901 Oderfurt, 1902 Troppau und Ungarisch-Hradisch, 1903 Proßnitz, später noch Boskowitz, Iglau, Znaim und andere. Das Jüdische Turn- und Sportfest in Wien wird zeigen, was die jüdischen Turner Oesterreichs leisten können. Hoffen wir, daß die jüdische Turnsache in Oesterreich vom Wiener Zionisten-Kongreß an einen weiteren Aufschwung datieren kann! Die jüdische Turnbewegtmg in Galizien. Von Dr. Max Q e y e r (Lemberg). Der Qrundsatz „Mens sana in corpore sano“ hat sich bei den galizischen Juden nicht sehr leicht eingebürgert. So leicht es ihnen war, in geistiger Beziehung eine wichtige Rolle zu spielen, so schwer fiel es ihnen, der körperlichen Entwicklung eine gewisse Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Qründe sind hauptsächlich in der schier unüberbrückbaren Kluft zu suchen, welche zwischen der Assimilation und dem eigentlichen Kernjudentum besteht. Jeder namhafte Fortschritt war identisch mit Verleugnen und Entfremden von allem, was jüdisch ist, und es mußte tatsächlich eine große Anstrengung aufgeboten werden, damit die Verbindung*' brücke geschaffen werde, welche Fortschritt und Herkommen vereinigen sollte. Diese Aufgabe übernahm die jüdische Turnbewegung. Ihr Program® lautet: Freiheit und Befreiung. Freiheit für die eigene, individuelle Anschauung und Befreiung von allen Vorurteilen, welche jede Verjüngung*' arbeit unmöglich machen.

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