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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-08-01 · 6 (August/September 1913) · p. Seite 187

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
6 (August/September 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 187 (sequence 21)
Language
German
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No. 6 187 gleichwertige Körperausbildung anerkannt und ihn in ihr Programm aufgenommen. So umfaßt heute der Deutsche Kreis der Jüdischen Turnerschaft neben seinen Turnvereinen auch reine Sportorganisationen, wie die Ruderabteiliing der „Vereine Jüdischer Studenten“ und den Ruderklub „Ivria“, ferner auch Vereine, die die Gleichberechtigung beider Arten der körperlichen Betätigung schon in ihrem Namen ausdrücken, wie den »Jüdischen Frauenbund für Turnen und Sport“ in Berlin und den „Jüdischen Turn- und Sportverein“ in Königsberg, und schließlich sind auch unsere größeren Turnvereine dazu übergegangen, eigene Abteilungen für den Sportbetrieb einzurichten, so hat der Bar Kochba-Berlin zwei Sportabteilungen, eine allgemeine und eine akademische, während dr Bar Kochba in Hamburg bei der letzten jüdischen Ruderregatta in Berlin seine Ruderabteilung starten lassen konnte. Turnen und Sport sind keine feindlichen Brüder mehr, sondern ergänzen sich in glücklichster Weise: während der Turnbetrieb eine gewisse Gleichmäßigkeit in der Ausbildung gewährleistet und den Sinn für Ordnung und Disziplin weckt, nötigt uns der Sport, unsere ganze Energie und Kraft herzugeben und eigene Initiative zu entfalten, um im Wettkampfe zu siegen. Wenn in der Jüdischen Turnerschaft der Ausgleich zwischen Turnen und Sport herbeigeführt worden ist, so liegt das vor allem daran, daß für uns das Turnen nicht Selbstzweck ist, sondern nur ein Mittel zur k ö r p e r 1 i c h e n Regeneration und nationalen Wiedergeburt unseres Volkes; und jedes Mittel, das — wie der Sport — denselben Zwecken zu dienen geeignet ist, läßt sich unserm Programme einfügen. Hat uns so unsere nationale Tendenz innere Kämpfe erspart, unter denen die Deutsche Turnerschaft noch lange zu leiden haben wird, so ist es anderseits gerade unser nationales Programm, das uns die Gegnerschaft weiter jüdischer Kreise zugezogen hat. Dieselben Kreise deutscher Juden, die für körperliche Ausbildung durchaus Interesse haben, stehen unserer jüdischen Turnbewegung wegen ihrer nationalen Tendenz feindselig gegenüber. Zwei Beispiele aus dem letzten Jahre: die liberale Mehrheit der Repräsentantenversammlung der Kölner Jüdischen Gemeinde hat unsef'Kölner Turnverein die ihm bis dahin jährlich gewährte Subvention von 300 M. entzogen, weil er .»fast ausschließlich jüdisch-nationale Zwecke verfolge, seine Mitglieder in hervorragender Weise zu Nationaljuden erziehen wolle und deshalb dazu angetan sei, eine Gefahr für die deutschen Juden herbeizuführen“; und in der letzten Hauptversammlung des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ richtete man den Hauptstoß des Angriffes gegen die jüdischen Turnvereine, weil sie die Hauptträger der jüdisch-nationalen Propaganda seien. Nun, ein größeres Lob konnte uns nicht erteilt werden! Unsere Jüdischen Gegner haben erkannt, welche Gefahr — zwar nicht für das Judentum, wohl aber für ihre Assimilationsgelüste — die Vereine der Jüdischen Turnerschaft darstellen und beginnen jetzt ebenfalls, sich der Turnidee zu bemächtigen und Turnorganisationen ins Leben zu rufen. Bereits seit einigen Jahren bestehen in Deutschland ein paar jüdische Turnvereine, die etwa auf der Basis des „Zentralvereins“ stehen, also auf religiöser Grundlage. Da die Deutsche Turnerschaft Juden in ihre Reihen aufnimmt, ist Picht klar, wodurch eine solche „konfessionelle Absonderung“ berechtigt ist. Diese Vereine dürften vom Standpunkt ihrer eigenen Anhänger ebensowenig

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