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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-08-01 · 6 (August/September 1913) · p. Seite 186

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
6 (August/September 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 186 (sequence 20)
Language
German
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186 No. 6 wöchentlicher Vorturnerkursus abgehalten werden, zu welchem auch ein ausländischer Turnlehrer zugezogen werden soll. 4. Jungen Leuten, die nach Europa fahren wollen, um sich dort als Turnlehrer auszubilden, soll der Makkabi Beihilfe gewähren. 5. D;r Verband soll leistungsschwachen Vereinen Darlehen für Anschaffung von Turngeräten gewähren. 6. Die Zirkulare sollen von nun an vergrößert und verschiedene Turnschriften herausgegeben werden. In den Vorstand wurden die Herren Orlow, Herrmann, Dr. Zifroni, Dänin und Kaminer gewählt. Die jüdische Turnbewegung in Deutschland. Von Dr. Salli Hirsch (Berlin). Wenn beim Wiener Turnfest die jüdischen Türner an den Teilnehmern des Zionistenkongresses vorbeimarschieren, wenn beim Schauturnen und bei den sportlichen Wettkämpfen die einzelnen Landsmannschaften miteinander wetteifernd ihr Bestes zeigen, dann wird den Zuschauer ein hohes Glücksgefühl erfüllen: vergessen wird er die Widerwärtigkeiten des Golus, versinken wird die Erinnerung an die Diskussionen über das Bestehen, die Daseinsmöglichkeit und Existenzberechtigung der jüdischen Nation, und unwiderstehlich wird beim Anblick der Turner der Jubelruf auf unsere Lippen dringen: Das jüdische Volk es lebt! Schweigend werden die Turner der einzelnen Kreise zeigen, was sie geleistet haben für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes, und wir sind überzeugt, daß die deutsche Landsmannschaft nicht am schlechtesten abschneiden wird. Diese Zeilen sollen, gleichsam zur Ergänzung der Wiener Vorführungen, die am besten für unsere Arbeit zeugen werden, Einiges über den gegenwärtigen Stand der jüdischen Turnbewegung in Deutschland sagen. Als auf dem zweiten Zionistenkongreß die physische Regeneration der Judenheit als Forderung aufgestellt und die Ausbildung des Körpers durch turnerische Betätigung verlangt wurde, fiel diese Idee bei den deutschen Juden auf fruchtbaren Boden, und bis auf den heutigen Tag ist das deutsche Milieu für unsere Turnbewegung, wenigstens was die körperliche Ausbildung betrifft, außerordentlich günstig gewesen. Deutschland ist nicht nur das klassische Land der Turnerei, von wo aus die Turnbewegung sich die Welt erobert hat, in Deutschland, dessen Bedeutung von einem gesunden und kräftigen Nachwuchs für das Heer abhängt, hat die planmäßige Körperausbildung sich stets der Begünstigung der Regierung und der Popularität der Massen erfreuen können. Die deutschen Juden hatten sich bald auch in dieser Beziehung der umwohnenden Bevölkerung assimiliert, und gerade die assimiliertesten Schichten fingen an, auf die körperliche Ausbildung der Jungend Gewicht zu legen. Diese Zeitströmüng ist auch unserer Turnbewegung zugute gekommen. Und es muß anerkannt werden, daß die Jüdische Turnerschaft in Deutschland, von fortschrittlichem Geiste beseelt, es verstanden hat, auch die modernen Formen der Körperkultur sich zunutze zü machen. Während die Deutsche Turnerschaft noch heute in einem schroffen Gegensatz zum Sport steht, hat die Jüdische Turnerschaft den Sport als

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