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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-08-01 · 6 (August/September 1913) · p. Seite 184

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
6 (August/September 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 184 (sequence 18)
Language
German
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184 No. 6 Die jüdische Turnbewegung in Palästina. Die Frage der Organisierung und des Zusammenschlusses der jüdischen Jugend Palästinas beschäftigte seit langem alle Kreise, die den Bestrebungen dieser verheißungsvollen Jugend Interesse und Verständnis entgegenbringen. Die Zerrissenheit der palästinischen Judenheit, die eine Folge der Verschiedenheit der Herkunftländer und der Erziehung ihrer einzelnen Glieder ist, spiegelt sich zum Teil in der heranwachsenden Generation wieder. Noch bilden Aschkenasim, Sephardim, Jemeniten, Bucharer, persische Juden usw. besondere gesellschaftliche und kulturelle Gruppen, die nur lose, in einigen wenigen Organisationsformen, miteinander Zusammenhängen. Hierzu kommt der große Gegensatz zwischen dem alten und neuen Jischub, zwischen dem Zögling der Talmud-Thora und Jeschibah und dem der modernen Schulen. Und selbst bei der Jugend des neuen Jischub gab es bisher keinen Zusammenhang zwischen der ländlichen und städtischen, ja selbst zwischen der Jugend der einen und der anderen Kolonie. Die Jugend von Pethach-Tikwah kam beispielsweise nie nach Ekron oder Gederah — und umgekehrt. Isoliert wuchs sowohl die ländliche wie die städtische schulentlassene Jugend heran. Diese Abgeschlossenheit aber war mit ein Faktor für die Entwurzelung und die Auswanderungstendenzen eines Teiles unserer Jugend. In den letzten Jahren hat man nun Versuche unternommen, die Organisierung der palästinischen Jugend auf Grundlage der Fortbildung durchzuführen. Es war ein reichhaltiges Programm, in dem das kulturelle Moment dominierte. Die Arbeit kam aber nicht recht vom Fleck. Inzwischen trat der Verband „M a k k a b i“ auf den Plan, der wohl auch die Bedeutung der kulturellen Arbeit für die Jugend voll erkannte, jedoch die körperliche Hebung in den Vordergrund rückte. Der Erfolg hat der Methode des „Makkabi“ recht gegeben. Auch die palästinische Turnbewegung ist zuerst recht mühselig vorwärts gekommen. Der erste Turnverein ist vor sieben Jahren in Jaffa auf Initiative des Dr. L. Kohen s. A. gegründet worden und er führte Jahre hindurch ein kümmerliches Dasein. Es fehlte sozusagen an allem: an einem ge* eigneten Turnsaal, an Turngeräten und an einem Turnlehrer. Allmählich besserten sich die Verhältnisse. Sowohl das Hebräische Gymnasium wie dis Mädchenschule der Chowewe Zion erbauten je einen Turnsaal, die dann dem Turnverein bereitwillig zur Verfügung gestellt wurden. Ein gleiches geschah in Jerusalem seitens des Hilfsvereins der deutschen Juden. Es verdient überhaupt konstatiert zu werden, daß die im Lehrerseminar des Hilfsvereins in Jerusalem ausgebildeten jungen Lehrer bald überall die Träger des Turngedankens wie überhaupt der jungjüdischen Bewegung wurden. Ein ganz besonderes Verdienst um die Turnsache hatte sich der leider so tragisch ums Laben gekommene Lehrer Jehudah Teller in Rechoboth erworben. Seit einigen Monaten gibt der „Makkabi“ gedruckte monatliche Zirkulare heraus. Es tut einem wohl, in diesen Heften zu blättern. Das „Mens sana in corpore sano“ nimmt sich als Motto in hebräischer Sprache gar seltsam aus. Die Gegensätze berühren sich, und Rom leiht Jerusalem seine Devise* Wieder und immer wieder muß man an die unvergeßlichen Worte Herzls denken: „Wenn aus armen Judenjungen junge, stolze Juden werden! . Im Vorwort erklärt das Zentralkomitee die Notwendigkeit dieser Zirkulare. Im Hebräischen fehlt es fast gänzlich an einer Turnliteratur und sie müsse erst allmählich geschaffen werden. Das gleiche gilt von einer einheitlichen hebräischen Terminologie für die Einzelheiten des Turnwesens. Beides wollen die Zirkulare, die allmählich zu einer hebräischen Turnzeitschrift ausge-

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