Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 4 (Mai 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 131 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 131 Programm aufgenommen haben, das Wesentlichste inbezug auf Theorie, Training und Taktik in kurzen Worten und prägnanten Beispielen verständlich gemacht werden. Das Hauptaugenmerk wurde diesmal auf den Lauf und die Wurfübungen gelegt: dem nächsten Turntage soll es Vorbehalten sein, über das Springen in allen seinen Feinheiten und Arten Ausführlicheres, als es diesmal durch den Mangel an Raum und Zeit geschehen konnte, zu bringen. In seinen einleitenden Worten führte Fritz Abraham besonders aus, wie der Lauf, als die natürlichste Fortbewegung, von dem rein militärischen Dauerlauf, der die durch Tragen des Tornisters bedingte sebeugte Haltung der Arme erfordere, zu unterscheiden sei. Der ideale Lauf, der den Eindruck von Leichtigkeit und Eleganz hervorrufen muß, wird auf den Zehenspitzen bei leicht nach vorn gebeugtem Körper ausgefiihrt. Die Oberschenkel werden bei jedem Laufschritt nach Möglichkeit hochgehoben, um die Schrittlänge zu vergrößern. Die Arme werden leicht gebeugt und pendeln zur Erhaltung des Gleichgewichts und Unterstützung der Beinarbeit ein wenig vom Oberkörper entfernt in der Richtung des Laufs. Der Kopf wird nicht, wie es meistenteils geschieht, in den Nacken geworfen, sondern durch das leichte Anziehen des Kinns ein wenig nach vorn geneigt. — Nachdem einige geübte Läufer den Anwesenden im Sinne dieser Ausführungen den Lauf demonstriert hatten, zeigte ich die Entwicklung des Startens von dem alten stehenden Turnerstart bis zu dem jetzt allgemein gebräuchlichen hand-spring-start, der allen andern Varianten und ^•tartmethoden, was Sicherheit und Schnelligkeit des Abkommens anbelangt, unbedingt überlegen ist.”) Dieser Start wird so ausgeführt: „Das Sprungbein (d. h. das Bein, mit dem man gewohnt iät, beim Sprung abzutreten) wird ca. 1 Fußlänge hinter die Ablauf- oder Startlinie gestellt; man läßt sich nun auf das andere Knie in der Weise nieder, daß dasselbe in eine Ausbuchtung des vorderen Fußes zu liegen kommt, die Hände werden etwas gespreizt auf die Startlinie plaziert, so, daß im Moment des Kommandos „Meine Herren, sind Sie •ertig“ bei welchem der Körper gehoben und nach vorn gelegt wird, das Hauptgewicht auf den Armen ruht. Sobald der Schuß ertönt, stoßen sich Füße und Hände vom Boden ab, jedoch so, daß das vollständige Ansichten «es Körpers allmählich mit den ersten Schritten, die kurz und schnell sein müssen, geschieht. Das plötzliche Hochspringen und gleichzeitge Auffichten macht eine große Anfangsgeschwindigkeit unmöglich, von dem großen Kraftverbrauch ganz abgesehen. Ueber die Taktik des Schnellaufs, sowie üher die des Mittelstrecken- resp. Langstreckenlaufs wurde nocli einiges erläutert, das im gegebenen Fälle von Nutzen sein könnte; besonders bei den letzten Arten über die Einteilung des Kraftverbrauchs und über die Taktik des Endkampfes. — Das Kugelstoßen und zuletzt das Diskuswerfen konnte des kleinen Hofes wegen nur andeutungsweise demonstriert werden, immerhin werden die Lektionen genügt haben, um den auswärtigen Vertretern die ersten Kinderschritte ihrer werdenden Sports- •eute zu unterstützen. Zur systematischen Ausbildung von Sporttrainern ä'ird es hoffentlich mit dem Aufblühen der Sportabteilungen auch in den Provinzstädten in Rälde kommen. Max K i k o I e r. . *) Interessenten ist das Brustmann'sche Trainingsbuch im Verla8e des „Illustrierten Sports“ zu empfehlen.