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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-05-01 · 4 (Mai 1913) · p. Seite 116

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
4 (Mai 1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 116 (sequence 10)
Language
German
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116 No. 4 Der Verfasser beginnt mit der wissenschaftlichen Selbstverständlichlichkeit, daß es keine reinen Rassen gibt. Er sagt ausdrücklich, so oft er von Rasse und Rassenmerkmalen spreche, so meine er nicht ethnische Einheiten, die aus verschiedenen rassigen Elementen zusammengesetzt sind, sondern Reinheit des Schlages, (iemeinsamkeit der Herkunft, die sich durch Gleichförmigkeit des physischen Typus offenbart. Es besteht wohl zurzeit kein Zweifel, daß in den Juden, wie in allen anderen zivilisierten Rassen und Völkern verschiedene Rassenelemente Zusammentreffen. Der Verfasser versucht nun, die trotzdem vorhandenen Differenzen der Juden gegenüber den anderen Völkern durch geographisches und soziales Milieu zu erklären. Schon in der Einleitung fällt es auf, daß Verfasser beim Zitieren sachverständiger Anthropologen deren Ansicht von der Verschiedenheit der Rassenelemente bei den Juden hervorhebt, und „als das einzige, ihnen Gemeinsame“ die Religion bezeichnet (S. 11). Er erweckt damit den Anschein, als ob wirklich die Anthropologen die Religion als das einzig trennende Merkmal der Juden gegenüber ihrer Umgebung betrachtet hätten. Tatsächlich ist das aber durchaus nicht zutreffend. Oder glaubt etwa der Autor, daß der Forscher, wie Ripley, Luschan u. a. die Juden nur als eine Religionsgemeinschaft auffassen? Im ersten Abschnitt werden nun die anthropologischen Merkmale einer Kritik unterzogen. Bezüglich der Hautfarbe gelangt Verfasser zu dem Resultat, daß die blonden Elemente einer Rassenmischung ihre Entstehung verdanken, die fast zu allen Zeiten vor sich gegangen ist . Ueber diese noch unentschiedene Frage braucht hier nicht diskutiert zu werden; es sei nur nebenher bemerkt, daß ihre Lösung durchaus noch nicht nahe ist, um so mehr, als fast alle älteren Statistiken, die auch Fishberg zum Teil benutzt, lückenhaft sind. Auffällig ist nun die Schlußfolgerung, die Fishberg aus der Tatsache der blonden Elemente zieht: Er behauptet, daß zwischen den blonden und brünetten Juden ebenso viele Rassenunterschiede bestehen, wie z. Inzwischen den norddeutschen Blonden und den süditalienischen Brünetten. Selbst, wenn man zugibt, daß die blonden Elemente erst infolge einer Mischung in der Diaspora aufgetreten sind, so bleibt doch die Schlußfolgerung des Verfassers völlig unverständlich. Sie zeigt uns nur, daß Fishberg ein angebliches Rassenmerkmal zu hoch bewertet. Bei vorurteilsloser Betrachtung muß man zugeben, daß zur Zeit der jüdischen Staatenbildung Rassenmischungen stattgefunden haben. Irrelevant ist es, ob nun noch später fremde Elemente aufgenommen wurden, wichtiger ist es vielmehr zu beachten, daß die etwa aufgenommenen Elemente völlig amalgamiert wurden. Auch die Kopfform der modernen Juden ist nach dem Ergebnisse Fishbergs nicht von einheitlichem Typ. Jede Gruppe habe die Kopfform, die der Rasse, unter der sie lebt, am ähnlichsten ist. Es sei zweifelhaft, ob die am meisten vermischten ethnischen Gruppen, wie Italiener oder Franzosen, eine größere Verschiedenheit im Schädeltypus aufweisen als die Juden. Es soll dem Verfasser nicht vorgeworfen werden, daß er zu diesen Anschauungen gekommen ist, indem er sich auf Tatsachen stutzte, die, wie z. B. die von Boas-Nordamerika gemachten, durchaus noch einer Revision und Bestätigung bedürfen, wir wollen vielmehr anerkennen, daß ebenso wie Hautfarbe* Kopfumfang und auch Körpergröße vom Milieu abhängig sind. Aber es >st in keiner Weise erwiesen, daß dieser Einfluß des Milieus sich schon für histo-

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