Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 3 (April 1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 98 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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98 No. 3 Kommentfechten mit schweren deutschen Studentensäbeln zeigten die dem Bar Kochba korporativ beigetretenen Hasmonäer. Zunächst angesagte Hiebe, dann einige Gänge Schule und schließlich Assants mit Sekundanten. Das Säbelfechten bewies, daß 8 Stunden Uebung in der Woche ihre Wirkungen nicht verfehlen. Erwähnt sei auch, daß die stramme Art der Bar Kochbaner und Hasmonäer, Mensurgruppen zu formieren, dem Turnbetriebe besser angepaßt ist, als die Fechtbahn, die in der romanischen Schule regellos gebildet wird. Jedenfalls bewies das Fechten allseitig, daß der Geist des Liedes in uns wach ist: „Nur Mut und kühn sich wehren, Wer feige bangt der fällt!“ Centurio. Der Sport auf dem Hallenturnfest. Der sportliche Teil des Hallenturnfestes wurde durch ein Stillaufen eingeleitet, das ca. 100 Mitglieder der Sportabteilung des Bar Kochba vorführten. Bei diesem Lauf nach dem Takt der Musik in geschlossenen Reihen wird als Haupterfordernis eine ruhige, aufrechte Oberkörperhaltung und leichtfüßiges, elastisches Arbeiten der Beine verlangt. Alle Läufer, selbst die allerkleinsten, erfüllten diese Forderung, und die Vorführung, gleichsam eine Apotheose der Leichtathletik, ließ ein kraftvolles und zugleich aesthetisches Bild genießen. Zu den Vorläufen in der 10X80 m Rundstafette traten von den einzelnen Abteilungen des Bar Kochba acht Mannschaften an. Naturgemäß war die kleine Rundbahn auf so scharfen Kampf nicht eingerichtet, und gar mancher verlor in der Kurve, was er ih der Geraden aufgeholt; gutes Stabwechseln war ebenso wichtig wie das Laufen. Die Manschaften der Ersten Männer-, der Jugend- und der Sportabteilung qualifizierten sich für den Endlauf, den sie auch in dieser Reihenfolge gewinnen konnten. Wie vorauszusehen, war es beim St ab h o c h s p r u ng nicht möglich, neue Rekords aufzustellen, und doch verdienen die gezeigten Leistungen volle Beachtung, wenn man die Behinderung durch die Halle und die Unmöglichkeit des Vortrainings berücksichtigt, ln vorzüglicher Haltung übersprang Paul E g e r die Latte in 2,70 m Höhe und ließ die Zweiten (K. Abraham und Berne-Berlin, Meyer-Köln) volle 30 cm hinter sich. Schottische und amerikanische Springtechnik sah man beim Hoch* sprung, und auch die etwas abweichende Sprungart des Weltrekordmannes Horine hat man anzuwenden gelernt. Erster wurde Laugomer- Köln mit einer Sprunghöhe von 1,55 m, während Kikoler und Vandsburger mit L50 m den zweiten Platz belegten. Das 800 m Mallaufen brachte zwanzig Läufer an den Start. Durch den Kampf des einzelnen um eine Position in der Spitzengruppe wurde das Tempo der Anfangsrunden stark forciert. Doch der Sieger, Jacoby' Berlin, hatte bald nach Beginn die Führung übernommen, um sie nur auf kurze Zeit Haase zu überlassen, der dann als zweiter vor Scheurenberg und Kupperstein durchs Mal lief. Den Schluß bildete ein Hockey-Spiel der I. und II. Mannschaft des Bar Kochba. Dieses Spiel wird unter Bedingungen, die den Fußball* regeln ähnlich sind, mit einem am unteren Ende gebogenen Stock und einen» kleinen Ball als Land-, Saal- oder Eishockey ausgetragen. Eine Landhockey* mannschaft besteht aus elf Spielern. Für unser Spiel hatte man auf beiden Seiten je 7 Mann (3 Stürmer, 1 Läufer, 2 Verteidiger, 1 Torwächter) auf-