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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 75

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 75 (sequence 41)
Language
German
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No. 2 75 Es folgen: Salomon, Nathan, Elias, Silberberg, Chaskel, Gabriel, Grünberg, Loewenstein, Schickler, Eisig, Kochmann. t Unterstufe: 1. Czapski (4lMs P.), 2. Hahn (41 P.), 3. Lewin (40 P.). Es folgen: Hammerschmidt, Glückner, Josef, Brigelski, Kronheim, Hopp, Neumann, A. Rothschild, Loewy, Berg, Korn, Bruck, Jakobowski. Der Fechtsport. Von Heinrich Kuhn, Fechtwart des J. T. V. Bar Kochba - Berlin. Der Fechtsport, der auf eine große geschichtliche Vergangenheit zurückschaut, hat in unseren Tagen, bedingt durch das ihm entgegengebrachte reiche Interesse, ein neues Gewand angenommen. Früher ein Sport der Studenten und Soldaten, wird er jetzt — wie einst im Mittelalter — wieder ein Volkssport. Auch die Art zu fechten hat sich bedeutend geändert. Das Theatralische der romanischen Schule hat dem Wehrzweckmäßigen der Deutschen weichen müssen, und es ist zweifelsohne ein Verdienst der großen Fechtverbände und Turnerschaften, daß nunmehr der Waffensport in den weitesten Volkskreisen Eingang findet. Der Grund für diese Verallgemeinerung des Fechtens liegt in der Erkenntnis seines hohen erzieherischen Wertes. Die unbedingte Forderung des Mutes und der Kaltblütigkeit, die blitzschnelle Uebertragung des Gedankens in die Tat und das scharfe Erkennen minutiöser Bewegungen sind Eigenschaften, die ihrem Besitzer in allen Lebenslagen zum Vorteile gereichen. Damit soll nun nicht gesagt sein, daß der Fechter durch seine Schulung vor anderen Menschen im Vorteile sei; erzieht doch jede körperliche Betätigung zu bestimmten Vorzügen und Eigenschaften, auch ist der erzieherische Wert abhängig sowohl von der Waffe, mit der die Fechtkunst betrieben wird, wie auch ganz besonders von der Person, die sie ausiibt. Das Stoßfechten erfordert mehr Geschicklichkeit, mehr Scharfblick und schnelles Handeln, das Hiebfechten mehr Kraft und Kaltblütigkeit, während das weniger gepflegte Hiebstichfechten als höchstvollendetste Fechtart das Einsetzen aller gedanklichen und körperlichen Tugenden verlangt. Es würde zu weit führen, wollten wir hier den Einfluß dieses Waffensportes auf seine Anhänger näher untersuchen. Jedenfalls glaube ich, daß das Fechten mehr denn jeder andere Sport auf den Menschen Einfluß hat. ^iele sonst im Privatleben sogar auffallend ruhige Leute sind oft auf dem Fechtboden wie umgewandelt: ihre heftigen, leidenschaftlichen Angriffe, schnelles, fast tollkühnes Einrücken und regellose Paraden sind die Eigenttimlichkeiten dieser „Naturalisten" genannten Fechterklasse. Im Zusammenhang hiermit steht auch die Vorliebe einzelner Völker für bestimmte Waffen. So fechten die Völker der Mittelmeerländer hauptsächlich äuf Stich, während die nordischen Völker den Hieb vorziehen. Leider sind Erhebungen über eine besonders beliebte Waffengattung unter uns Juden noch nicht angestellt worden, indessen glaube ich, daß auch wir unserem Volkscharakter entsprechend dem Stich und Hiebstich den Vorzug geben. Ein jedes Volk hat auch seine Eigenart zu fechten. Man spricht vom italienischen und französischen Fechten, vom österreichischen und deutschen

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