Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 2 (März 1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 73 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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73 No. 2 Auch die zweite Mannschaft, die inzwischen gegründet werden mußte, und der wahrscheinlich bald die dritte folgen wird, hatte verschiedene Spiele, so gegen den Berliner Turn-Klub und den Christlichen Jünglingsverein, die beide 2 : 2 endeten. Möge die Fußballmannschaft auf diesem Wege fortschreiten. S. Salzmann. Ratschläge für Wetturner. Lehren des letzten Wetturnens im Bar Kochba - Berlin. Das natürliche Bestreben eines jeden Vereinsturnwartes, das turnerische Niveau ständig zu heben, stößt auf Schwierigkeiten, wenn es sich um sute und geübtere Turner des Vereins handelt. Der friedliche Wetteifer in der Ausführung gleicher Riegen-Uebungen wird zum Kampf bei ungleichen Hebungen, in denen die größere Körperkraft und Geschicklichkeit entscheiden. Der Drang, die erreichten Fähigkeiten zu messen, ist so stark, daß nur ein Wettkampf befriedigen kann. Dessen Vorbereitungen dürfen nicht störend auf den Gesamtbetrieb wirken, die gleichmäßige Ausbildung aller Turner muß ihren regelrechten Fortgang nehmen, und die ständigen Vorturner leiten die ihnen anvertrauten Riegen weiter, ohne Rücksicht auf die ausgeschriebenen Wetturnübungen. Der Bar Kochba wollte einmal allen seinen Turnern die Möglichkeit geben, an einem Wettkampf teilzunehmen, auch den Anfängern, und teilte deshalb drei Schwierigkeitsstufen ein. Der Wettkampf wurde zwei Monate vorher bekannt gegeben, die Ausschreibung der Pflichtübungen erfolgte aber erst vier Wochen später, um ein übermäßiges Training zu verhindern. Von den Teilnehmern der Unter- und Mittelstufe wurden am Reck, Barren und Bock je zwei Pflichtübungen und eine Pflichtfreiübung (siehe letzte Turnzeitung) verlangt, ln der Oberstufe mußte ein Jeder am Reck, Barren und Pferd je eine Pflicht- und eine Kürübung ausführen, außerdem ebenfalls eine Pflichtfreiübung. Die Pflichtübungen setzten sich aus Bewegungen zusammen, die den Turnern der betreffenden Uebungsstufe „liegen“ mußten. Was neu und zu üben war, das war die Zusammenstellung, die Verbindung der einzelnen Bewegungen. In der zur Verfügung stehenden Zeit, acht Turnstunden, wird man sich schwerlich in eine vollkommen neue Uebung einarbeiten können, aber ausbauen und verbessern kann man in dieser Zeit sein Können. Pflichtübungen sollen Uebunsen sein, die herausgegriffen sind aus dem Uebungsstoff der Schwierigkeitsstufe und die der Turner schon nach kurzen Proben korrekt und schön ausführt. Anders verhält es sich mit der Kürübung. „Kürübungen“, sagt der deutsche Meister Flatow, „sind solche Uebungen, die der Wetturner stets, Borgens, mittags, abends, nachts, mit der Höchstzahl von erreichbaren Punkten ausführen kann.“ In der Kürübung charakterisiert sich der Turner, ln •ür kommt das Eigenartige, das Individuelle, das rein Persönliche zum Ausdruck. Wie soll nun eine rechte Kürübung beschaffen sein? Sie darf weder zn schwierig noch zu leicht sein. Niemals darf sie die Kräfte des Turners bis aufs äußerste anspannen, sondern auch im Zustande einiger Ermüdung ■büß sie gut und sicher zur Schau gebracht werden können. Man beginne bie mit dem Schwierigsten und schließe mit Leichterem, denn der letzte Eindruck ist maßgebend, besonders wenn die Kampfrichter, was beim Werfen der Kürübungen fast unvermeidlich ist. durch die Fülle des Gesehenen schon einigermaßen abgespannt sind. Sobald der Termin eines Wetturnens bekannt gegeben ist (die Pflichtübungen sind noch nicht ausgeschrieben), soll jeder Wetturner in Ruhe das Gebiet seines Könnens überschauen und seine Kürübungen zusammenbauen. Man wähle für das Auge gefällige, für sich