Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 65

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 65 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6492379-5965024-5965353--078-4922268
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 2 65 Rundbahn war natürlich die Lage an der Spitze so gut wie entscheidend. Dennoch gab der erste Mann der Charlottenburger diesen Vorteil auf, und es gelang trotz redlicher Anstrengung seiner Kameraden keinem, den Fehler wieder gut zu machen. Jedesmal, wenn der Führende erreicht war und der Geführte vorbeizukommen suchte, war die Kurve da und der Charlottenburger mußte abstoppen. Die Berliner Sportclub-Leute aber liefen mit einer Energie, die alle Bewunderung verdient. Das Rennen war ein harter Kampf, Mann gegen Mann vom Anfang bis zu Ende. Das 800-m-Hindernislaufen gewann Donati vom „Verein für Volkssport“, ein überaus vielseitiger Sportsmann, dem man den Erfolg in solch einer Spezialübung besonders gern gönnte. 1000-m-Hauptlaufen. 1. Lehmann (Charl. Turngem.); 2. Mickler (S. C. Charl.); 3. Wathnough (Manchester). Zeit: 2 Min. 32s/io Sek. (Weltrekord.) Ein Jubel, wie man ihn nur einmal schon gehört hat, und ein Rennen, wie man es auch nur einmal erlebt hat; damals, als im gleichen Raume Braun den stolzen Lightbody schlug. Die Zeit, um so höher zu "orten als aui spitzer Hallenkurvenbahn gelaufen, spricht für das Tempo. Mickler, durch seine Niederlage in der Berliner Meisterschaft gewitzigt, führt die ersten 400 m in 59 Sekunden, Wathnough und Lehmann dicht aui; bei 500 m ist des Engländers Kraft gebrochen und der Mann, der in den Vereinigten Königreichen als der einzige gilt, der Jackson, dem Stockholmer Amerikabezwinger, gleichwertig oder überlegen ist, überläßt ohne Kampf zwei deutschen Läufern das Ende. Die aber kämpfen Meter um Meter um den Vorsprung, Mickler immer in der Führung, ohne im Tempo wesentlich hachzulassen. Zu den letzten 200 m haben dann beide noch ein Letztes herzugeben, und die größere Kraft und besseren Sprinterfähigkeiten Lehmanns bringen ihm einen knappen Sieg. Den 500-m-Stafettenlauf gewinnt die Turngemeinde in Berlin, den Stabhochsprung Pasemann mit 3,40 m; die Olympische Stafette der Sportclub Charlottenburg in 3 Min. 49,2 Sek. durch das bravouröse Lauien Micklers, der in blendendem Zweiminutenlauf bereits 40 m Vorsprung schaift. Waldlauf. Von Fritz Abraham, Charlottenburg. Der Waldlauf als natürliche, gesunde und unterhaltende Leibesübung steht ganz außerhalb des Streites zwischen Turnen und Sport. Wer am rein sportlichen Treiben keinen Gefallen findet, wird doch gern im gemächlichen Lauf waldein Erholung und Kräftigung suchen, und der Sportsmann wiederum wird auch diese Uebung seinem sportlichen Streben dienstbar machen, ohne daß einer von beiden, Turner oder Sportsmann, sie als sein ausschließliches Gebiet in Anspruch nehmen dürfte. Für Turnvereine, die ihren Betrieb gern ein wenig nach der volkstümlichen Seite ausbauen wollen, ohne sich dem Sport ganz zu verschreiben, bieten Waldläuie die geeignete „mittlere Linie". Was unter Waldläufen zu verstehen ist, bedarf keiner weiteren Erklärung; der Name besagt das zur Genüge. Zum Unterschied von dem gewohnten Wettlauf, wie er im turnerischen Mehrkampf gepilegt wird und wie er im leichtathletischen Sport besonders ausgebildet wurde, meidet der Waldläufer die ebene, genau abgemessene Laufstrecke und nimmt seinen Weg Oüerwaldein Uber Anhöhen und Niederungen hinweg, nimmt mit schnellem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.