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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 64

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 64 (sequence 30)
Language
German
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64 No. 2 einlief. Er hätte das Rennen gewinnen können, wenn er — wie das Lightbody so vorzüglich verstand — nach dem Start die freie Bahn zu möglichst schnellem Anschluß ausgenutzt hätte. So aber verlor er in den Kurven zu viel Terrain. Im Hochsprung mußte Liesche schon im Vorkampf ausscheiden. Der Magdeburger Förster zog sich nachmittags während der Entscheidung eine Verstauchung zu, und Pasemann konnte mit Röhr nur im toten Rennen enden. Das 1000-m-Militärlaufen war Krummhof vom Regiment Elisabeth natürlich nicht zu nehmen. Bemerkenswert ist der gute Laufstil der Mehrzahl der Teilnehmer, der zeigt, daß sich in den meisten Regimentern gute Lehrmeister aus dem sportlichen Lager befinden. Das Damenturnen, das dann folgte, bildete wohl mit den wertvollsten Teil der ganzen Veranstaltung. Während man sich noch im Vorjahre auf die Vorführung von Keulenschwingübungen beschränkt hatte, konnte man aus den diesmaligen Darbietungen einen — allerdings immer noch unvollständigen — Begriff von dem Betrieb des neuzeitlichen Frauenturnens gewinnen. Schon die Freiübungen, die von 120 Damen der Charlottenburger Turngemeinde, Allgem. Turnerschaft und Turnverein Friedrich Friesen nach Musik vorgeführt wurden, zeichneten sich durch Reichhaltigkeit und geschickte Komposition aus. Der Aufmarsch erfolgte im Dauerlauf. Die Uebungen selbst begannen mit Armkreisen, verbunden mit kraftvollen Ausfällen, brachten dann weiterhin Rumpfbeugen vorwärts und Spannbeuge rückwärts, Kniebeugen und scheuten selbst vor der schwierigen Standwage seitlings nicht zurück, an die sich dann allerdings unmittelbar ein Liegestütz anschloß. Das alles war durchsetzt mit Schreitübungen an Ort und von Ort, bei denen die Qrazie, die beim Frauenturnen nie ganz ausgeschaltet werden soll, zu ihrem vollen Rechte kam. Die Exaktheit der Durchführung und die vorzügliche Reihenordnung, die auch bei den Bewegungen von Ort nicht verloren ging, waren geradezu vorbildlich. — Der dann folgende Starettenlaui zeigte, daß die Frau durchaus keinen Grund hat, bei dem Eroberungszug in die Qefilde des Sports, den sie nun einmal unternommen hat, vor der Leichtathletik Halt zu machen. Auch im Hochsprung mit Federbrett wurden achtbare Höhen erzielt. Im Hürdenlauf erwies es sich an Rau, daß das Training des „langsamen Schritts“ für den Hürdler doch nicht die rechte Wettkampfvorbereitung bedeuten kann. Aber auch Martin, der deutsche Meister aus Antwerpen, dessen amerikanische Sprungtechnik immer wieder bestechend wirkt, mußt-' sich der Sprintschnelligkeit und den langen Beinen Rohrs beugen. Zu den Jugendvorführungen, die alljährlich den Höhepunkt des Festes bilden, hatten die Vereine diesmal etwa 500 ihrer Jugendmitglieder gestellt. Auch die Sportabteilung des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba hatte ihre Jugendmannschaft hierzu aufgeboten. Der Aufmarsch in Fünferreihen, wie in den Vorjahren, ließ sich daher aus Raummangel nicht mehr durchführen und man hatte statt dessen Zehnerreihen gewählt. Naturgemäß litt die Richtung der einzelnen Reihen unter dieser Neuerung. Von dem so wirkungsvollen Hürdenspringen hatte man abgesehen. Das Reckturnen litt darunter, daß das Gerät ein wenig ungünstig in einer Ecke der Halle hatte plaziert werden müssen. Die Qipfelturner des Gaues Charlottenburg ki-teicn Vorzügliches, obwohl sic den Vergleich mit den Berliner „Kanonen“ vom Vorjahr nicht aushalten. Die 1600-m-Stafette (4 X 400 m) brachte einen schönen Kampf zwischen dem Charlottenburger und Berliner Sportclub. Auf der kleinen

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