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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 55

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 55 (sequence 21)
Language
German
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No. 2 55 ten Schlagmann zu starten. Ungefähr 1800 m rührten wir. Hier fing unser Schlagmann einen „Krebs“, wodurch wir ca. eine Länge verloren. Es entspann sich unter lebhafter Anteilnahme des Publikums ein erbitterter Endkampf, in dessen Verlauf unsere Mannschaft das verlorene Terrain bis auf 30 cm ausholte, so daß die Ivria-Mannschaft als Siegerin durchs Ziel ging. Das zweite Rennen brachte einen entscheidenden Sieg der V. J. St. er- Mannschaft. Von Anfang an entspann sich ein zäher Kampf. Bis 900 m lagen die Boote Bord an Bord, dann aber zog die V. J. St. er-Mannschaft, stetig Terrain gewinnend, davon, bei 1000 m war bereits klares Wasser zwischen den Booten und unter dem Jubel der Zuschauer passierte unsere Mannschaft mit mehr als vier Längen Vorsprung die Ziellinie. Im Anschluß an die Regatta fand gemeinsame Kaffeetafel statt, bei der der Vorsitzende der „Ivria“, Herr Referendar Exiner, die Preisverteilung vornahm. Die siegreiche „Ivria“ trug den von beiden Vereinen gestifteten Bezalelteller heim, uns fiel der von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland gestiftete Preis, ebenfalls ein Bezalelteller, zu. Beide Preise sind Wanderpreise und gehen in den Besitz desjenigen Vereins über, der sie dreimal gewinnt. Am 6. Juli dieses Jahres soll die zweite Regatta in erweitertem Umfange stattiinden, zu der hoffentlich auch bereits Meldungen der Ruderabteilung des Bar Kochba, Hamburg, vorliegen werden. Der neu gewählte Vorstand besteht aus: Referendar Dr. Moritz Bileski, Berlin C. 27, Alexanderstraße 28 a (1. Vorsitzender) und cand. jur. Willi Liemann (2. Vorsitzender und Fahrwart). Wir werden den Ruderbetrieb, so lange es die Wasserverhältnisse gestatten, fortsetzen und den Winter hindurch turnen (gemeinsam mit den Turnabteilungen des B. J. C. Berlin), Kastenrudern und Wintersport treiben. Graz. Jüdischer Turnverein. Auf Veranlassung des zion. Zentralbureaus veranstaltete unser Verein am Dienstag, den 28. Januar im großen Saale des Kaufmannshauses einen Vortragsabend, an welchem der Generalsekretär der zion. Weltorganisation, Herr Kurt Blumenfeld, über das aktuelle Thema: „Die orientalische Frage und der Zionismus“, sprach. Der Redner verstand es klar zu machen, daß die Richtlinie zionistischer Politik durch die gegenwärtigen Orientereignisse keine Erschütterung erfahren kann. Anschließend fand zu Ehren unseres Gastes ein Kommers statt, in dessen offiziellen Teil der Obmann, Herr Karl Schwarz, dem Referenten den Dank des Vereines zum Ausdruck brachte. — Am Sonnabend, den 8. Februar, veranstaltete unser Verein ein Kränzchen, das in allem als gelungen bezeichnet werden kann. Der Abend wurde mit turnerischen Vorführungen eingeleitet. Nach dem allgemeinen Aufmarsch, welcher sich unter den Klängen des Bundesliedes vollzog, richtete unser Obmann Herr Karl Schwarz an alle Anwesenden einige Worte, die der Begrüßung gewidmet waren und die Tendenz der jüdischen Turnbewegung zum Ausdruck brachten. Anschließend wurde mit den Stabübungen begonnen, welche von allen Turnern exakt und tythmischi ausgeführt wurden. Es folgten nun die Einzelvorführungen der Riegen und zwar der Mittelschülerriege und der ersten und der zweiten Männerriege. Die Mittelschülerriege zeigte am Barren, trotz ihres kurzen Bestandes, ganz respektable Leistungen und es war unter den Schülern im Allgemeinen gute turnerische Veranlagung zu bemerken. Die zweite Männerfiege bot auch Gelegenheit am Pferd turnerisches Können zu beobachten. Den Höhepunkt erreichte das Turnen in der ersten Männerriege. Jeder einzelne Turner dieser Riege zeigte am Hochbarren erstklassige Leistungen. Das Turnen, welches vom Publikum mit großem Interesse verfolgt wurde, war wieder ein Beweis, daß unser Verein in stetem Aufblühen ist. Der Tanz,

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