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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 54

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 54 (sequence 20)
Language
German
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54 No. 2 keit als Hilfsmittel zur Hebung der Gesundheit der Schüler. Deshalb muß der Turnunterricht in sämtlichen Schulen als obligatorisch gelten. 2. Die Schüler und Schülerinnen sollen jedes halbe Jahr von einem Arzte untersucht werden, damit diejenigen, denen das Turnen gesundheitlich unzuträglich ist, auf Anweisung des Arztes vom Turnen befreit werden. Berlin. Ruderabteilung der Vereine Jüdischer Studenden. (Gegr. W. S. 1906/07). Das verflossene (unser 12.) Semester brachte uns in unserer Arbeit und Entwickelung ein erhebliches Stück vorwärts. Die Zahl unserer aktiven Mitglieder betrug 19, davon 11 Senioren. Mit der Ausbildung der Junioren im Kasten wurde bereits im Februar begonnen. Mitte März wurde der regelmäßige Tourenbetrieb aufgenommen, der ja für uns von besonderem Wert ist. Erst das Wanderrudern erschließt dem Ruderer die ganzen Vorzüge und Schönheiten seines Sports. In der schönen Umgebung Berlins findet er die Freude an der Natur und an seinem eigenen Kraftbewußtsein; hier zeigt sich die Frische und Lebensfreude einer frohen Jugend, hier gedeiht unter den natürlichsten Bedingungen echte Kameradschaftlichkeit. Gleichzeitig entwickelt sich die straffe, militärisch rauhe Disziplin im „Innen- und Außendienst“, Eigenschaften von großem Wert in der ganzen Ruderei. Selbstzucht und Disziplin, Mut und Entschlossenheit, Abhärtung und Ausdauer, Korpsgeist und Selbstlosigkeit werden von dem einzelnen verlangt. So wachsen jüdische Männer heran, die mit Ernst und Eifer an der Regeneration ihres Volkes mitarbeiten werden. Wer in erbittertem Kampfe gegen fremde Farben sein Verantwortlichkeitsgefühl und seinen Ehrgeiz geschärft, wenn es galt, der jüdischen Flagge Ehre zu machen, der wird auch sonst wissen, was er der Ehre und Größe seines Volkes schuldig ist. Von größeren Touren erwähnen wir unsere viertägige Pfingsttour nach dem Scharmützelsee, Springsee und der Duberow und unsere Fahrt nach Hamburg (31. August bis 8. September), die dem Besuch unserer Hamburger Bundesbrüder und der Ruderabteilung des Bar Kochba galt. Sie führte unsere Vierer „Juda Maccabi“ und „Hatikwah“ nach Balm über Spandau, Potsdam, Werder, die Havel hinunter, nach Brandenburg, Rathenow und Havelberg, zur Elbe, wo wir bald nach mehrmaligem Vollschlagen der Boote den Kampf mit dem durch heftige Nordweststürme aufgepeitschten Element aufgeben mußten. Wind und Wetter und alle Widrigkeiten, die nun einsetzten, taten der guten Stimmung der Mannschaften keinen Abbruch. Die Romantik des Ruderlebens wurde von uns ausgiebigst genossen. So kamen wir z. B. drei Tage lang nicht aus unseren Sachen und verbrachten die dazu gehörigen Nächte in den unmöglichsten Quartieren. Am Sonntag, den 8., erreichten wir schließlich mit Hilfe eines Dampfers Ochsenwärder vor Hamburg, wo wir durch zwei von Bar Kochbanern und V. J. St. ern bemannten Barkassen begrüßt und zum Bootshaus des Bar Kochba geleitet wurden. Ueber den Schluß der Fahrt ist bereits in Nr. 9—10 1912 der Turnzeitung vom Bar Kochba berichtet worden. Wir sagen auch an dieser Stelle dem Bar Kochba und unseren Hamburger Bundesbrüdern unseren besten Dank für den herzlichen Fmpfang. Am 20. Oktober, also bereits zu einer recht ungünstigen Jahreszeit, fand die erste jüdische Regatta auf der Oberspree, veranstaltet vom jüdischen Ruderklub „Ivria“ und uns, statt. Zu unserer Freude konnten wir hierbei neben zahlreichen anderen Gästen die Vertreter der Ruderabteilung des Bar Kochba,'Hamburg, begrüßen. Das Ziel der 2000 m langen Rennstrecke lag vor unserem gemeinsamen Bootshause. Es wurden zwei Rennen ausgefahren, zu denen von jedem Verein ein Boot gemeldet worden war. Im ersten Rennen, dem „Zweiten Vierer“, waren wir gezwungen, im letzten Augenblick mit einem untrainier-

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