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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 53

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 53 (sequence 19)
Language
German
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No. 2 53 Dann schwingt er den Stock und zieht pieifend davon. Keiner der Gendarmen, die nachts die Stadt durchstreifen, wird ihn darin stören. Ueber der Bucht steht der Mond, und die Silhouetten der Schifte sind von einem Netz aus Silberfiligran umwoben. Vor dem „Cafe arabe“ sitzt noch der unermüdliche Challil Bey in seiner kleidsamen Reiteruniform. Ich mache einen Bogen. Sieht er mich, dann heißts Cider trinken und — das preußische Kavalleriereglement erläutern. im Ollympos-Pallace sitzt noch Mr. Cresswell, der verrückte Amerikaner, wie die Stadt ihn nennt. Er fröhnt seiner Leidenschaft, Katzen aufeinander zu hetzen. Draußen auf der Via Allatini, wo die Schlösser der Reichen Salonikis stehen, duften die tausend Rosen ihrer wunderbaren Gärten. Irgend wo wacht noch jemand und singt ein schwermütiges spaniolisches Lied. Und ganz, ganz nahe rauscht das Meer. Morgen abend ziehe ich mit dem Maccabi über die Berge. Berichte. Fortschritte des Turnwesens in Palästina. Die Hoffnungen, die man v°r einigen Monaten an die erste Konferenz der palästinensischen Turnvereine geknüpft hatte, daß sie zu einer Ausdehnung des Turnwesens unter äer palästinensischen Judenheit beitragen werde, sind in Erfüllung gegangen. Schon jetzt zählt der Turnverband „Makkabi“, der demnächst als „Palästinensischer Kreis“ dem Verbände der „Jüdischen Turnerschaft“ beitreten wird, nicht weniger als 11 Vereine, und zwar in Jerusalem, Jaffa, Beirut, Pethach-Tikwah, Rischon Le-Zion, Rechoboth, Neß-Zionah, Gederah, Ekron, Sichron-Jakob und Rasch Pinah. An anderen Orten sind neue Turnvereine Entstehen begriffen. So hat beispielsweise Herr Dr. Elias Auerbach, Arzt >n Haifa, früher ein aktives Mitglied des Berliner Turnvereins „Bar Kochba“, seine Mitarbeit für einen in Haifa zu gründenden Turnverein zugesagt. Ein anderes ehemaliges Mitglied des „Bar Kochba“, Herr E. Herrmann, wirkt in Jaffa und den benachbarten Kolonien für die Entwicklung der Turnsache. Besonders erfreulich ist der Erfolg des Jaffaer Turnvereins, dem es gelungen ist, die verschiedensten Elemente der Jaffaer jüdischen Bevölkerung: Aschkenasim, Sephardim und Jemeniten, an seinen Turnabenden einträchtig zu versammeln. Der Vorstand des Turnverbandes „Makkabi“ hat beschlossen, Periodisch Zirkulare über die Turnbewegung in Palästina herauszugeben, in denen die Berichte der einzelnen Turnvereine, sowie Aufsätze über verschiedene turnerische Fragen veröffentlicht werden sollen. In Jaffa hat der Turnverein eine eigene Lesehalle eröffnet, in der die Mitglieder auch Unterricht in der hebräischen Sprache, in der jüdischen Geschichte usw. empfangen. Der Jerusalemer Turnverein erhielt anläßlich der Anwesenheit des Herrn Ussischkin, Vorsitzenden der Chowewe Zion, ein Darlehen von dieser Gesellschaft zwecks Anschaffung von Turngeräten. Neben dem Turnen der Erwachsenen hat auch der Turnunterricht in den Schulen Fortschritte zu verzeichnen. Ueber „Das Schulturnen vom medizinischen Standpunkte“ hielt kürzlich Dr. Moscowitz aus Rechoboth ein Referat in der Jaffaer „Jüdisch- Medizinischen Gesellschaft“. Außer den Aerzten waren auch die Leiter des Hebräischen Gymnasiums, der Mädchenschule, der Schule des Hilfsvereins der deutschen Juden, sowie die Turnlehrer dieser Schulanstalten anwesend. Nach längeren Verhandlungen wurde folgende Resolution gefaßt: 1. Das Schulturnen ist sowohl für Knaben als für Mädchen eine Notwendig-

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