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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-03-01 · 2 (März 1913) · p. Seite 46

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
2 (März 1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 46 (sequence 12)
Language
German
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46 No. 2 bestätigt sich unsere Behauptung: Das Neutralitätsjudentum ist eins und dasselbe mit dem Assimilationsjudentum. Logisch betrachtet, ein Nonsens, in seiner Konception des Judentums die Fortsetzung des Assimilationsjudentums, in seiner psychologischen Motivierung ein Produkt der zerrissenen Seele des Assimilationsjuden, bildet das Prinzip der Neutralität eines der gefährlichsten und schädlichsten der jüdischen Gegenwart. Welche nachteiligen Folgen es praktisch nach sich zieht, zeigt uns die neutrale Jugendbewegung zur Genüge: Indifferenz und hohle Objektivität, feige Unentschlossenheit und unmännliche Angst vor jedem Kampfe, dies ist das praktische Fazit der Neutralitätsvereine; alles in einem gesagt: die Fortzüchtung der dekadenten, zerrissenen Psyche des Assimilationsjuden. Letzten Endes ist die ganze Neutralität heute nichts andres als eine neue Form für die Assimilation, nachdem dieser Name bereits anrüchig geworden ist. So muß sich der Kampf all der Strömungen im Judentum, die auf dem endgiltigen Bruch mit allem Assimilatorischen basieren, gegen die Neutralität ebenso richten wie gegen die Assimilation. Vor allem innerhalb unserer Jugend. Der Kampf der Jüdischen Turnerschaft als die Organisation der wahren jüdischen Jugendbewegung gegen die Pseudojugendorganisation der neutralen Jugendvereine ist eben der Kampf des neuen gesunden Judentums der nationalen Idee gegen das greisenhafte, morsche Judentum der Assimilation. Wer aber in diesem Kampfe Sieger bleiben muß und wird, kann wirklich nicht zweifelhaft sein. Noch stets hat die Tatenfreude, der Kampfesmut, die Bekenntnisschaft der gesunden Jugend gesiegt über die Indolenz, die Kraftlosigkeit und Freigheit einer dekadenten Greisenhaftigkeit. 1813. Von Robert \V e 11 s c h - Prag. „Wir haben eine Vergangenheit, um zurück - zublicken, und eine Zukunft, um vorwärts schauen, und es könnte sein, dass einige v«'n den Rätseln der Zukunft in der Weisheit der Vergangenheit ihre Lösung finden." Max Maller. Es gibt zwei Arten, die Bedeutung, die vergangene Ereignisse für uns haben, zu werten. Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, dann gilt es, die lebendige Beziehung von uns und unsern Verhältnissen zu den Menschen und Geschehnissen der betrachteten Epoche zu erfassen. Diese Beziehung kann nun bestehen in dem Anteil, den wir selbst oder unsere Vorfahren oder die Gruppe, der wir angehören, an den Begebenheiten hatten: oder aber in der Verwandtschaft, die wir mit den Menschen fühlen, die sich in einer der unsern ähnlichen Situation befinden. Das Deutsche Reich feiert jetzt in berechtigtem Stolze das Andenken des großen Befreiungskampfes, der seine Gaue vor hundert Jahren erschüttert. Wir, die wir uns gewöhnt haben, alle Dinge vom jüdischen Standpunkt aus zu betrachten, wir können, wenn wir wollen, uns damit brüsten, daß damals auch jüdische Soldaten im preußischen Heer ihre Pflicht getan haben. Der Feststellung dieser Tatsache wird wohl kaum eine größere Bedeutung zukommen. Wir können aber auch das große Schauspiel jener natio-

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