Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 21 im Einvernehmen mit allen Vereinen die Statuten abzufassen und sie dem nächsten Kreistage, der im Jahre 1913 stattfinden muß, vorzulegen. Das ist der wichtigste Beschluß und Erfolg des Tages. Es wurde das Fundament zu einer Organisation gelegt, die von reichhaltigen Folgen für die körperliche Entwicklung des galiz.-buk. Iudentums sein kann. Die ins Komitee gewählten bewährten Kräfte, denen Dr. Sterner-Lemberg präsidiert, erfüllen uns mit vollster Zuversicht, daß wir nicht eine ephemerische Organisation vor uns haben. Die Zwecke und Ziele die ihnen gelegt sind, die Aufgabe die ihnen obliegt, die Verantwortung die sie auf sich bürdeten, vor allem ihre allgemein bekannten persönlichen Eigenschaften lassen ein erfolgreiches Wirken des Komitees erwarten. Besonders warm wurde dem Komitee die Agitationsarbeit empfohlen. Das jüdische Publikum Galiziens besitzt noch viele Vorurteile, aber ebenso wenig Verständnis für gymnastische Uebungen. Es muß gegen das erstere gekämpft, für das zweite gesprochen werden. In die bestehenden Vereine muß auffrischendes Leben kommen. Manche Vereine müssen vom Winterschlaf erweckt, andere vom lebensmüden Vegetieren in lebensfrohe Arbeit gebracht, hier muß tatkräftig eingewirkt, dort kluger Rat und kluge Ermahnung gegeben werden. Bis zur Konstituierung ist voller Hände Arbeit da. Glück auf zur Arbeit! L. M. # * « Berlin. Seit November 1912 hat der Jüdische Turnverein „Bar-Kochba" seine eigenen „Mitteilungen", weshalb in Zukunft an dieser Stelle nur die wichtigsten Vorgänge mitgeteilt werden. Arn Sonnabend, den 30. November 1912 fand unser 14. Stiftungsfest statt, das uns einen erheblichen Ueberschuß brachte. Sonntag, den 1. Dezember sprach Herr Dr. Sandler über „Der Jude als Bauer“. Am Sonntag, den 5. Dezember sprach Herr Dr. Hildesheimer über „Das jüdische Volkslied" und am Sonntag, den 19. Dezember Herr Dipl.-Ing. S. Weitzmann über „Der jüdische Yolkshurnor“. Sämtliche Vorträge waren gut besucht. Am Mittwoch, den 1. Januar veranstalteten unsere Schüler- und Mädchenabteilungen ein Kinderfest mit turnerischen Vorführungen und Deklamationen. Das turnerische Leben hat in allen Abteilungen einen wesentlichen Aufschwung genommen. Dank der Einrichtungen von öffentlichen Turnabenden, die wir in den verschiedenen Stadtgegenden veranstaltet haben, wurden eine ganze Anzahl neuer Mitglieder erworben. Die turnerische Leitung hat für den 2. Februar ein Wetturnen festgesetzt, zu welchem augenblicklich fleißig geübt wird. Ueber den Erfolg unserer Sportabteilung in Hamburg ist an anderer Stelle berichtet. Auch sonst hat unsere Sportabteilung bei Meetings mit anderen Sportvereinen ständige Erfolge aufzuweisen. An dem diesjährigen Hallensportfest, welches Mitte Februar stattfindet, beabsichtigt die Sportabteilung sich zu beteiligen. Wir weisen schon jetzt darauf hin, daß unser diesjähriges Purimfest at" -3. März in der „Schlaraffia" stattfindet. B. Jüdischer Turnverein „Bar*Kochba“, Berlin, Sportabteilung. Während derW'eihnachtsfeiertage weilte unsere Fußballmannschaft in Hamburg, um das Retourspiel gegen den dortigen Bar-Kchba auszutragen. Am 24. Dezember nachts 12 Uhr fuhren wir vom Lehrter Bahnhof ab und waren um %b Uhr morgens in Hamburg, wo wir von mehreren unserer Hamburger Rriider herzlichst begrüßt wurden. Nach einem von Hamburg gegebenen Empfdiigskaffee im Bahnhofs-Restaurant, der uns nach der Fahrt sehr willkommen war, begaben wir uns in unsere Ouartiere. um für den bevorstehenden Kampf einige Stunden Schlaf zu genießen.