Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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22 No. 1 Mittags um 2 Uhr standen wir uns auf dem guten Platz des Hamburger Fußballklubs von 1888 am Rotherbaum gegenüber. Berlin trat in folgender Aufstellung an: Manfred Löwenthal I. Scheurenberg. Orlow. Leo Forstenzer. Jacoby. Bindefeld. Elzas. Rewitsch. Manfred Löwenthal II. Haase. S. Salzmann. In den ersten Minuten konnten wir uns nicht so gut zusammeniinden wie die Hamburger, doch klappte dann alles. Vor Halbzeit erzielten wir 3 Tore, denen wir nach der Pause noch zwei weitere hinzufügen konnten, während Hamburg leider leer ausging. Wir hätten ihnen gern das Ehrentor gegönnt. Hatte inzwischen schon eine herzliche Stimmung zwischen den Berlinern und Hamburgern geherrscht, so wurde das Einvernehmen auf dem Kommers abends im Logenheim noch erhöht. Hieran schloß sich ein Tänzchen, das uns Gelegenheit gab, die Hamburger Turnschwestern nicht nur aus der Ferne kennen zu lernen. Und wenn ich nochmals der fröhlichen Stunden im Kreise unserer Hamburger Freunde gedenke, so stelle ich mir die Frage: Was war schöner, der Kampf im Spiel, hie Hamburg! hie Berlin! — wer wird siegen? Oder der traute Zusammenschluß während der späteren Zeit? Eigentlich zwei Gegensätze. Und doch könnte ich mir das eine ohne das andere nicht denken. Liegt nicht gerade der Wert dieses Zusammentreffens in dem Sichkennen, Sichverstehenlernen, in dem Bewußtsein, es leben und streben, wenn auch räumlich getrennt, junge Juden für dieselbe fdee und treten dann an die Öffentlichkeit, um zu beweisen, wie weit diese Ideen zur Realisierung gekommen sind? Und zum Schlüsse möchte ich nicht verfehlen, unseren lieben Hamburger Brüdern nochmals unseren herzlichsten Dank für die überaus freundliche Aufnahme auszusprechen. Die Stunden, die wir in Hamburg gemeinsam verbracht haben, sie werden uns unvergeßlich sein. S. S. Drohobycz. Seit 3 Jahren kämpft der hiesige Turnverein um seine Existenz. Mangel eines entsprechenden Saales machen einen regelmäßigen Turnbetrieb unmöglich. Einen Fortschritt können wir dennoch verzeichnen. Eine kleine Gruppe von turnlustigen jungen Leuten haben unter Leitung des Herrn Dr. Katz einen agitatorischen Turnabend am 4. Januar im städtischen Turnsaal (welcher notabene mit Turnen nur den Namen gemein hat) veranstaltet. Dieser ist zur vollsten Zufriedenheit ausgefallen. Das Turnprogramm war sehr spärlich, nur Freiübungen und Pyramiden. Aber bei den Bedingungen, unter denen die Uebungen einstudiert wurden,, und mit Rücksicht auf die kurze Uebungszeit, können wir von einem guten Erfolge sprechen. Ein Weiterturnen in dem kleinen, uns zur Verfügung stehenden Saale des jüdischen Volkshauses ist unmöglich. Wir müssen die Aufnahme des Turnbetriebes für die Zeit aufschieben, wo wir den schönen Turnsaal, den der liebe Herrgott in unserer herrlichen Gebirgsgegend werden läßt, benützen können. Dann werden wir von den Ausflugs- und Turngelegenheiten reichlich Gebrauch machen. Vielleicht gelingt es uns, den von der hiesigen Kultusgemeinde im neuen Waisenhause eingerichteten Turnsaal iür unsere Zwecke zu erhalten. Leider verläßt uns unser wackerer Leiter und Organisator für einige Monate und wir hoffen, daß wir nach seiner Rückkehr den Turnbetrieb flott aufnehmen werden, und daß es uns vergönnt sein wird, von unserem Vereine mehr zu berichten. (Areer.: D. Red.) Königsberg LPr. Turn- und Sport-Verein. Am 1. Dezember veranstalteten wir unsere Chanukah-Feier in der Form eines Turn-Kaffees. Be-