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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-01-01 · 1 (Januar/Februar 1913) · p. Seite 20

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
1 (Januar/Februar 1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 20 (sequence 24)
Language
German
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20 No. 1 Wasser, Licht, Bewegung, diese natürlichen Mittel und Geräte des Sportes verleihen ihm das Uebergewicht. Fn bezug auf die Turnsysteme wurde die rationelle Anwendung des schwedischen Systems und dessen erfolgreicher Einfluß auf die Entwicklung der Lunge, Muskulatur und Körperbildung hervorgehoben. Vielerseits wurde das akrobatische Gepräge des deutschen Systems betont und man gelangte zum Beschluß, daß in unseren Turnsälen die schwedische Gymnastik vorzuziehen sei und von der deutschen nur diejenigen Gerätübungen eingeführt werden sollen, die nicht von schädlicher Einwirkung auf Herz und Lunge sind. Die Berichte der größten Turn- und Sportvereine geben folgende Daten: Lemberg: „Dror". 150 Mitglieder, 120 Unterstützungsmitglieder, 8 Gründungsmitglieder. Andere Einkommen: Subventionen in Summa 375 M„ Diverse Unternehmungen, Tanzkränzchen, Schauturnen etc. 1 gymnastische Kommission als fachmännische Leitung, 6 Männerriegen, 3 Frauenriegen. 1 Riege für Vorb rner und 1 Riege für hebräische Lehrer. Durchschnittliche Riegenfrequenz 18. Der Referent betonte den nationalen Charakter des Vereins, die Einführung der hebräischen Kommandos und die unentgeltlichen hebräischen Kurse für die Mitglieder; dem tatvollen Einfluß des Ing. Zinn auf den Verein und dessen Arbeit für denselben gab der Referent vollen Ausdruck. Lemberg: Sportklub. Derselbe hat 126 Mitglieder und betreibt Football, leichte Athletik und Ringen, ln galiz. Matches hat der Klub sechs Prämien errungen. Krakau: Turnverein. Derselbe hat 400 Mitglieder und 8 Riegen, betreibt Foot-ball und Fechten und interessiert seine Mitglieder für Scoutübungen. Krakau: Sportklub. Derselbe hat 140 Mitglieder und betreibt Football, leichte Athletik, Lawn-Tennis auf gemietetem Court. Der Sportklub sollte in den österr. Foot-ball-Verband kommen, verlangte aber die Errichtung einer jüdischen Sektion. Ta r nopol: Turnverein. Derselbe hat 80 Mitglieder, 5 Riegen und gründete den Sportklub Jehuda, der auch am Tage vertreten war. Brods: Turnverein. Derselbe hat 130 Mitglieder und 15 Riegen. Der große und äußerst fühlbare Mangel, den die Erstattungen aufweisen, besteht darin,daß die meisten Vereine keine zulänglichen, hygienisch eingerichteten und den neuesten Anforderungen entsprechenden Säle haben, sowie der Umstand, daß alle Vereine, mit Ausnahme des Lemberger „Dror“, auf starkbezahlte Unterstützung, von Seiten der ruthenischen oder polnischen Sokols angewiesen sind. Es wird Aufgabe und Sache des gewählten Komitees sein, diesen Uebeln abzuhelfen, besonders jüdische Fachlehrer auszubilden. Im weiteren Verlauf erörterte Ing. Zimmermann (Krakau) in seinem Referate die Notwendigkeit der Oründung einer gal.-buk. Kreis-Organisation der Turn- und Sportvereine. Im Laufe der Diskussion wurde hervorgehoben, daß die Berliner Zentrale infolge der örtlichen Entfernung Galizien nicht genug unterstützen könne, wozu noch die Unkenntnis der lokalen Verhältnisse ihrerseits beitritt. Es wurde auch seitens der Sportsvereine der Zentrale der Vorwurf gemacht, daß sie in der „Turnzeitung" sich zu wenig mit Sport befasse; die Artikel sind unzureichend und selten; es dürfte mehr Aufmerksamkeit und Pflege diesem Systeme gewidmet werden. Zum Schlüsse der Diskussion wurde der Beschluß gefaßt: 1. Behufs Erlangung des den jüdischen Turn- und Sportvereinen gestellten Zweckes wird ein gal.-buk. Kreisverband gegründet. 2. Laut Beschluß des V. jtid. Turntages in Berlin wird ein gal.-buk. Kreis eröffnet. 3. Es wird ein Komitee mit der Exekutive des zukünftigen Ausschusses gewählt, dessen prinzipielle Aufgabe es ist.

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