Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 1 19 Am Abend desselben Tages fand in den Sofiensälen unter Leitung des Kreisturnwartes Emi! Popper das 1. Kreis-Schauturnen. statt, dessen Programm folgendes war: Allgemeiner Aufmarsch. Begrüßungsansprache. Freiübungen der Männerabteilungen. Stabübungen der Zöglinge. Riegenturnen der Damenabteilung (8 Riegen). Freiübungen der Damen- Abteilung. Qewehrsprünge der Kinderabteilung. Riegenturnen der Männerabteilung (8 Riegen). Keulenschwingen des J. T. V. Brünn. Kinderturnen des J-T. V. Favoriten. Ein zahlreiches Publikum begrüßte die Turnerinnen und Turner bei ihrem Einmarsch mit rauschendem Applaus. Eine zündende Ansprache des Ober-lng. Robert Stricker leitete das Schauturnen ein. Die Ausführung der turnerischen Uebungen war eine exakte; die Einzelheiten aller Uebungen, ihr Aufbau, ihre Vollführung waren eine gesegnete Ernte stiller, mühevoller Arbeit, ihr Gelingen ein beglückender Ansporn zu neuer, rastloser Tätigkeit. Ein gemütliches Tanzkränzchen beschloß die Feier unseres 1. Kreisturntages. K. Gallzlsch-bukowlnlscber Kreis der Jüdischen Turnerscbaft. Erster Krelsiurntag. Unter dem Losungsworte der Vereinigung der Kräfte und Mittel fcur Erlangung unserer Ziele fand am 29. Dezember der erste Kreisturntag der galizisch-bukowinischen Turnerschaft in Lemberg statt. Fast alle Turn- und Sportvereine waren vertreten und nur drei Vereine schickten gerechtfertigte Entschuldigungsbriefe wegen Nicht-Beschickung des Tages ein. Es. waren 20 Delegierte erschienen. Der Verlauf der Beratungen bewies, wie ernst unsere Vereine ihre Aufgabe nehmen. Der Gedanke der körperlichen Hebung der galizischen Judenheit hat durch langwierige, ununterbrochene Arbeit bei uns weite Verbreitung gefunden. Das bezeugte die offizielle Anteilnahme vieler jüdischer Vereine, Organisationen und der jüdischen Kultusgemeinde an der Tagung, sowie die Ansprache des offiziellen Vertreters des zion. A. C. Das ernste Gepräge und die praktisch erfaßten Beschlüsse der Tagung geben den zukünftigen Kreistagen, sowie dem gegründeten Verbände eine feste, gesicherte Grundlage zur fruchtbringenden rationellen Arbeit. Die Tagung begann nach der Wahl des Ing. Isidor Zinn zum Präsidenten um 9 Uhr morgens mit feierlicher Eröffnungsrede des Leiters des Lemberger „Dior“ und der offiziellen Vertreter der jüdischen Vereine mit folgender Tagesordnung: I. Rationelle körperliche Erziehung. Referent Ueo Kroch, Turnwart des „Dror". II. Bericht über die Tätigkeit der am Tage vertretenen Vereine. III. Die Gründung eines galiz.-bukow. Verbandes. Referent Ing. Zimmermann (Krakau). VI. Eventualia. Den theoretischen Erörterungen des Prof. Leo Kroch über rationelle, systematische Körpererziehung hörte die Versammlung mit lebhafter Aufmerksamkeit zu. Dem fachmännisch gebildeten Referenten gelang es auf Kriindliche Weise, die Vorzüge und Mängel der in der Turnerwelt aufgebrachten Systeme darzustellen und der Diskussion reichhaltigen Stoff zur theoretischen Auseinandersetzung über die praktische Anwendung der Systeme zu geben. Allenthalben wurde dem Sporte die Oberhand vorausgesagt, weil vorzüglich der Kontakt des Menschen mit der Natur durch Sportbetreibung ermöglicht wird, was zur Schaffung des durch natürliche Momente geförderten gesunden Zustandes des menschlichen Körpers vieles beiträgt. Luft.