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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-01-01 · 1 (Januar/Februar 1913) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
1 (Januar/Februar 1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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12 No. 1 „Dafür spricht er die heilige Sprache.“ „Was nützt mir die heilige Sprache, wenn sie keine Juden sind,“ seufzt die Alte. „Ein jüdisches Kind, barhäuptig, ißt ohne Segensspruch. Und dazu noch hier, auf der heiligen Erde-...“ Der Zug setzt sich in Bewegung. „Schalom lijruschalajim! Schalom lijruschalajim!"5) rufen uns die Kinder nach. „Scholojm larochojk w'lakorojw““), setzt ein Jude den Spruch fort.... Wir kommen nun in das schönste Tal Palästinas. Am Fuße des Gebirges Juda dehnt es sich, seiner ganzen Breite nach von den herrlichsten Gräsern überzogen, von den schönsten Oelbäumen bestanden. Da hat das Auge schon eine Erquickung: ein Aehrenstrom, der sich tief ins Tal hineinschlärigelt. Ein junger Oelbaum-Hain. der wie eine Gesellschaft junger Burschen und Mädchen aussieht. die sich auf dem Felde versammelten, um Ringelreihen zu tanzen ... Ein arabisches Dorf liegt einsam und still da. Die weißgekalkten Dächer glühen in der Sonne. Die Höfe sind wie ausgestorben. Die Kinder Haben die Schafe auf die Weide geführt. Die Frauen sitzen in den Hütten und warten auf die Männer. Die Greise, in ihren weißen Hemden, sind am Eingänge des Dorfes versammelt, sitzen dort im Schatten von Oelbäumen, an einem Bächlein, das durch die Steine rinnt, sehen die Frauen zu, die mit den Ochsen das Korn für sie dreschen, und besprechen gemächlich und mit ruhiger Würde die Gemeinde-Angelegenheiten... Ein ganz Alter liest dann \ ei se aus dem Koran vor, und die anderen hören ihm nickend zu ... Mittagsstunde. Es sollen die Schafe getränkt werden. Die kleinen Hirten stehen um den Brunnen mitten im Felde und warten, bis sie alle zusammen sein werden, um den Stein, der die Brunnenöffnung verschließt, herabzuwälzen. Dann wird man die Schafe tränken und den Stein wieder an seine Stelle wiilzcu ... Und Jacob aus Berscheba kommt nach Charan, zu Uaban, dem Aramäer, trifft die Hirten am Brunnen und fragt: „Woher seid ihr, Brüder?" „Aus Charan sind wir.“ „Kennt ihr den Laban dort, den Sohn des Nachor?“ „Wir kennen ihn.“ „Geht es ihm gut?“ „Es geht ihm gut. Da kommt eben Rahel, seine Tochter, mit den Schafen Und sieh, Rahel, mit dem Krug auf dem Kopfe, führt ihre Herde zur Tränke. Sie ist ja Schäferin. Und Jakob wälzt den Stein von der Brunnen- 'iffuung... Der Zug verläßt das schöne Tal und führt ins stolze Gebirge Juda ein. Bahnt sich seinen Weg durch eine schmale Felsenschlucht. Durchs Fenster sieht man nichts als gewaltiges Gestein - eine ungeheure Festung vor Jerusalem. Könnte einmal ein Meer gewesen sein, das zu einem Berg versteinerte. Nur an manchen Stellen weitet sich die Schlucht. Dann sieht '■) Grüßet Jerusalem! ' ) Friede (Gruß) den Nahen und Fernen.

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