Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 9/10 (9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9-10 195 In erster Linie muß aber dafür gesorgt werden, daß die Yemeniten in den Kolonien Beschäftigung und Unterkommen finden, denn sobald sie in die großen Städte abwandern, wo es keine genügende Arbeit für sie gibt, so ist, wie es die Tatsachen leider schon gezeigt haben, zu befürchten, daß sie die Bettlerbevölkerung nur vermehren würden. Was nun die Arbeitsgelegenheit betrifft, so liegen die Verhältnisse sehr günstig. Für absehbare Zeit wird es für viele Tausende Yemeniten in den jüdischen Kolonien reichlich Arbeit geben. Anders verhält es sich mit der Wohnungsfrage. Die Kolonien sind begreiflicherweise nicht in der Lage, den Bau von Arbeiterhüusern in großem Umfange selbst in die Hand zu nehmen, und da die Yemeniten vollständig mittellos ins Land kommen, ist von ihrer eigenen Initiative auch nichts zu erwarten. Hier können also wieder nur Kolonisationsgesellschaften eingreifen, und in erster Reihe hat es sich der Jüdische Nationalfonds zur Aufgabe gestellt, das große Problem der Beschaffung von Wohnungen für die yemenitischen Einwanderer zu lösen. Der Jüdische Nationalfonds, der indes viele andere wichtige Aufgaben zu bewältigen hat, ist mit finanziellen Bewilligungen bis an die äußerste Orenze gegangen. Es läßt sich aber nicht verkennen, daß eine gründliche Lösung der Frage weit höhere Ansprüche stellt. Sollte es gelingen, in wenigen Jahren die Ansiedlung von einigen Tausend yemenitischen Familien durchzuführen, so wäre damit eine Tat für die jüdische Zukunft in Palästina geleistet, deren segensreiche Folgen nicht hoch genug eingeschätzt werden gönnen. Man könnte ruhig behaupten, daß damit eine neue Epoche in der indischen Siedlungsarbeit eingeleitet wäre. Der Bau eines Einzelhauses nebst Ankauf eines kleinen Qartens erfordert einen Kostenaufwand von ungefähr 1000 Frs. Jeder wohlhabende Jude sollte eine Ehre darein setzen, durch eine Spende von 1000 Frs. dem Nationalfonds die Möglichkeit zu geben, eine Yemenitenfamilie anzusiedeln. Das Bewußtsein, durch diese Spende der jüdischen Volksarbeit in Palästina die schaffende Kraft einer jüdischen Familie zugeführt zu haben, dürite "ir den Spender eine erhebende Genugtuung bilden. Berichte. (Au» Kau<nmaogel mußten einige Berichte zurückgestellt »erden. D. Red.) II. Kreis (West-Oesterreich). Leitung: Moriz L am her g, Emil Popper, Ing. Theodor Steinherz. Dem Kreise gehören seit Urundung folgende 9 Vereine an-. I. Wiener Jüdischer Turnverein, Wien, Jüdischer Turnverein FUnfhaus, Wien, Bielitz-Biala, „ Qraz, ., „ Proßnitz, Mähr.-Ostrau. Boskowitz. Igtaur Brünn. Neu eingetreten sind: .indischer Turnverein „Favoriten", Wien,