Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 9/10 (9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9-10 193 liälften ganz gleichmäßig ausgeführt werden können, z. B. Stab- und Hantelübungen, sowie die reinen Pendelübungen. Jedoch finden die Freiübungen in der Orthopädie nicht sehr ausgedehnte Anwendungen. Die meisten Uebungen der Heilgymnastik wirken einen Abschnitt des Körpers bevorzugend, den andern benachteiligend, also asymmetrisch. Es handelt sich hier weniger um das Training des ganzen Körpers, als um Training gewisser Körperteile. Ich kann auf das Nähere und Spezielle nicht eingehen. Es wird an Gelegenheit, orthopädische Apparate zu sehen, bei der heutigen Verbreitung der Sache nicht fehlen. Ebenso wie die Kunstgymnastik auf den gesunden Körper kräftigend wirkt, wie ich es oben beschrieben habe, so wirkt auch die Heilgymnastik auf den kranken, deformierten Körper kräftigend und stählend. Sie kräftigt die Muskulatur und das Knochensystem, sie schafft durch die Erweiterung des Brustraumes bessere Arbeitsbedingungen für Lunge und Herz, denn auch hier läßt sich durch Uebung und Training eine wesentlich vermehrte körperliche Arbeitsaufwendung erzielen. Zum Schluß muß ich noch im Anschluß an diese letzten Ausführungen «iner Bestrebuug gedenken, die in letzter Zeit beginnt, immer mehr an Boden zu gewinnen. Ich meine das orthopädische Schulturnen. Es sei hier nur erwähnt, daß dasselbe nur dann Gutes stiften kann, wenn es unter steter Kontrolle des Arztes steht, daß es aber schädlich wirken muß, wenn kranke Menschen den Laien, wie es Turnlehrer sind, zur Behandlung überwiesen werden. Nurdie individuelle Anwendung der Heilgymnastik kann Qutes für den derselben Unterworfenen stiften. * * * üeehrte Leser! Ich wollte Ihnen in Kürze einen Ueberblick geben über das, was Sie in Ihrem Verbände treiben und wie Sie es treiben sollen, und wollte Ihnen in den letzten Ausführungen zeigen, daß wir heute auch die Möglichkeit besitzen, kranken und schwächlichen Menschen die Ausübung der Kö'rpergymnastik zu ermöglichen. Turnen Sie und spielen Sie, aber mit Maß, ohne in das hier so naheliegende Zuviel zu verfallen, und urteilen Sie nicht inhuman über die Vielen, welche nicht imstande sind, sich in gleich energischer Weise wie Sie mit den Leibesübungen zu beschäftigen. Arbeiten Sie, soweit es an Ihnen liegt, mit allen Ihren Kräften an der körperlichen Ausbildung Ihrer Nation und gedenken Sie, daß dasjenige Volk das beste und lebensfähigste ist, das über das kraftvollste Menschenmaterial verfügt, dann werden Sie arbeiten sich selbst zur Freude und Ihren Mitmenschen und Volksgenossen zum Wohl und Nutzen! Von der jüdischen Kolonisationsarbeit in Palästina.*) Immer mehr kommt in der jüdischen Siedlungsarbeit ein neues Prinzip *ur Qeltung. Während die Zionsfreunde einer früheren Epoche das Haupti,. tm** In anbetracht unserer Palästinaturnfahrt dürften bei unsera Lesern diese Abführungen besonders interessieren, die uns das Hauptbüro des Jüd. Nationalf. gütigst zur Verfügung stellt. D. Red.