Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 9/10 (9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No . »-10 177 hältnisse in Palästina an und für sich schon erhebliche Schwierigkeiten entgegenstellen. Wir werden sie überwinden. Aber wir dürfen nicht leichtsinnig sein und uns eine schwere Aufgabe unnötig komplizieren. Und Ihr Damen macht ja uns das Leben so unendlich kompliziert! Wir wissen uns frei von Prüderie und Euch von „Zimperlichkeit". Aber wir müsseh zur rechten Zeit unsere Wünsche einer besseren Einsicht unterordnen. Das ist eben die höhere Disziplin, die wir vertreten. Wenn diese erste Palästinaturnfahrt mißlingt, ist die Idee für immer diskreditiert. Darum, Turnschwestern, seid größer als wir Turner! Wir sind stark im Wollen, seid Ihr es heute — im Verzichten! Und wir erkennen das Opfer, das Ihr bringt. Wenn wir aus Palästina zurückkehren, sind wir reicher an Erfahrung. Umso besser und sicherer werden wir dann Euch, Ihr Turnschwestern, in einigen Jahrchen durch das Land Rurer Sehnsucht geleiten. Sehr geehrte Turnschwester! Glauben Sie mir, diese Vertröstung auf die Zukunft fällt mir sehr, sehr schwer. Aber einen Trost bietet sie immerhin. Er muß uns für heute genügen. Ich grüße Sie als Ihr ganz ergebener Henry Unna. Vom Ausschuss. Bericht. Unsere Haupttätigkeit in den Monaten nach dem V. Turntag konnte naturgefäß nur informatorisch sein. Durch eingehende Aussprachen mit den Herren unseres früheren Ausschusses, vor allem aber durch eine rege Korrespondenz mit den Verbandsx ereinen und ihren maßgebenden Führern haben wir zurzeit ein genaues Bild von dem Stand unserer Organisation gewonnen. Durch die neugeschaffenen Kreisvorstände in Berlin und Wien ist dem Ausschuß eine recht erhebliche Arbeltslast genommen, obschon wir selbstverständlich stets in enger Fühlungnahme mit den Kreisleitungen bleiben. Die Schaffung der Kreise hat sich schon jetzt außerordentlich gut bewährt, wenn sich der ganze Erfolg auch erst später zeigen kann und wird. Wier verweisen auf die speziellen Kreisberichte. Wurde uns auf diese Art die Arbeit für Deutschland und Oesterreich relativ einfach, so legten wir das Schwergewicht unserer Tätigkeit auf die kreisfreien Länder, speziell wiederum auf Qalizien und Palästina, die organisatorisch wohl am schwersten zugänglich sind. Wir veranstalteten zunächst eine umfassende Enquete in Qalizien, um das nötige Material zur Grundlage unserer Reorganisation der dortigen Vereine und zur etwaigen Schaffung eines galizischen Kreises zu gewinnen. Es sei auch an dieser Stelle anerkannt, daß die Vereine und unsere Vertrauensmänner uns in entgegenkommendster Weise umfassende und wertvoll« Berichte sandten. Wir erseheu daraus, daß unsere galizischen Freunde unsere Arbeit als richtig empfinden und sie deshalb gern unterstützen. Wir nahmen auch mit Berliner Herren Fühlung, die die gaHzischen Verhältnisse kennen, so konnten uns speziell die Herren Kurt Blumenfeld und Dr. Korngrfln, die Qalizien im Auftrage des zionistischen Zentralbureaus bereits hatten, mit wertvollen Anregungen dienen.' Nachdem wir das ganze Material gesammelt hatten, beauftragte, der Ausschuß seinen Vorsitzenden Qreifenhagen mit der Bearbeitung desselben. Es ist in Aussicht