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Jüdische Turnzeitung · 1912-06-01 · 6 (6.1912) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
6 (6.1912)
Date
1912-06-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
Belongs to
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136 No. 6 Verteidigung war aui beiden Seiten gleicherweise gut. Die erste Halbzeit endete torlös. In der zweiten Spielhälfte erzielten die Berliner aus dem Gedränge heraus einen Erfolg. Schon vorher glaubten die Berliner bei einer ähnlichen Situation sich ein Tor buchen zu können. Da der Ball dem Berliner Mittelstürmer im letzten Augenblick an die Hand geprallt war, war dieses Tor ungültig. Die Hamburger konnten durch einen Elfmeterball ein Tor gewinnen. Ein zweiter „Elfmeter" der Hamburger wurde von Jacoby-Berlin sehr gut abgewehrt. Zwar konnten die Hamburger nur durch einen Strafstoß den Ausgleich erzielen, doch haben sie redlich und wacker ihr Tor verdient. Mit 1 :1 schließt das Spiel, das erste zwischen zwei jüdischen Mannschaften auf deutschen Boden, unentschieden. In den bisherigen Kämpfen beider Mannschaften gegen nichtjüdische Gegner endete stets das Spiel mit Hurrarufen. Anders war es Pfingsten. Die Hedadrufe zu Beginn und Schluß des Spiels, sie klangen ganz anders in unseren Ohren. Sie waren uns allen der Ausdruck der Befriedigung über das wohlgelungene erste 'Sportmeeting der Jüdischen Turnerschaft. Noch heiter und lustig war man draußen und in der Stadt den Abend und die Nacht zusammen. Draußen klangen die Lieder und drangen zum Herzeit Begeisternde Worte des neuen Verbandsvorsitzenden Greifenhagen zeigten nochmals allen unser heiliges, ernstes Streben. In der Stadt galt es Abschied nehmen von unsern Freunden, die noch nachts das gastliche Berlin verließen. Diese stimmungsvollen Abschiedsstunden mit unsren Wienern, Hamburgern und allen anderen, die von weither kamen, wir verbrachten sie freudig in einem kleinen Wirtshaus des Berliner Nordens und werden sie nie vergessen. So klang er aus, der Wettkampf bester Freunde, die, geeint durch Blut, geeint durch den Willen, geeint durch die Tat für die Ehre und Zukunft ihres jüdischen Volkes kämpfen. Stefan Doernberg.

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