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Jüdische Turnzeitung · 1912-06-01 · 6 (6.1912) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
6 (6.1912)
Date
1912-06-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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134 Tut jeder Verein seine Pflicht, dann dürfen wir mit froher Zuversicht in die Zukunft blicken. Nun vielen Dank den lieben Berlinern, die noch in letzter Stunde die Veranstaltung übernommen und so glänzend durchgeführt haben, speziellen Dank unserem Burin für seine aufopferungsvolle, ersprießliche Tätigkeit. Ein herzliches Hedad allen Teilnehmern. E. P. Das erste Sportmeeting: der Jüdischen Turnerschaft. Am Pfingstmontag, den 27. Mai 1912, zeigten auf dem Schulzendorfer Sportplatz des Bar Kochba-Berlin 150 junge Männer, Knaben und Frauen unseres jüdischen Volkes 1500 jüdischen Qästen ihr Können. Vielen war es sicherlich ein unverständliches Spiel. Uns ist es der Anfang einer neuen Tat. Die Jüdische Turnerschaft soll Turner und Sportsleute umfassen. Alle Jünger der Körpererziehung des jüdischen Volkes sollen künftig in unseren Reihen stehen. Das Fest war unsre sportliche Eröffnungsbilanz. Wir sahen, was wir können und was wir lernen müssen. Wir sahen, daß, wenn wir wollen, wir bei eifriger Schulung von unseren Turnbrüdern beste Leistungen erwarten dürfen. Der Wert des Sportmeetings liegt darin, daß er uns allen die Qewißheit gab, daß wir mit dem Ausbau unserer Organisation zu einem Turn- und Sportverband das richtige getan haben. Das Meeting nahm den programmäßigen Verlauf. Sämtliche Leiter, Starter, Zielrichter, Fußballschiedsrichter und wer sie alles waren, sie haben mit Qeschick ihr schwieriges Amt versehen und verdienen unsern Dank. Wir wollen nun bei den einzelnen Kämpfen verweilen. Der 100-Meterlauf sah eine solch stattliche Zahl von Bewerbern am Start, daß nach Vor- und Zwischenläufen erst im dritten Lauf die Entscheidung fiel. Sieger war Langomer-Köln, der in 12,2 Sek. vor Löwinsohn-Berlin und Loewenthal- Berlin die Strecke bewältigte. Man muß es tatsächlich bewältigen nennen, obwohl der Sieger spielend leicht zu laufen schien. Die Hundertmeterbahn ist sehr schlecht, derartig wellig, daß der Schwerpunkt der Läufer fallen und steigen muß; hiermit .mindert sich die Wucht nach vorn. Die Unebenheiten hindern die Läufer auch am vollen Ausschreiten, sie müssen zu sehr auf die Bahn achten und können nicht mit voller Kraft loslegen. Wenn man dies berücksichtigt, muß man Langomer, der in einwandfreiem Stil lief, als erstklassigen Läufer bezeichnen, der bei weiterer Schulung in den nächsten Jahren, ist er doch noch nicht 20 Jahre alt, neben den besten nichtjüdischen Läufern bestehen kann. Die technische Beschaffenheit der Vierhundertmeterbahn ist leider keinesfalls besser als die für 100 m. Durch Wald auf schmalem Pfad, Uber Rinnen und Furchen durch Oras, Uber eine schmale Lehmbrücke schräg über einen Qraben, Uberall uneben, an wenigen Stellen notdürftig gewalzt, bietet die Bahn für den Tausendmeter- und Vierhundertmeterlauf keinerlei Möglichkeit zu wirklich guten Zeiten. Trotz alledem gelang es. Qärtner-Berlin, ca. 2 m vor Langomer-Köln beim 400 m-Lauf nach 58,8 Sek. durchs Ziel zu gehen. Langomer scheint nur für Strecken bis 200 m geeignet zu sein. Beim 1000 m-Vorgabelaufen waren die drei Berliner Raszkowski (20 m Vorgabe), Kupperstein (keine Vorgabe) und Israel (60 m Vorgabe) Sieger. Die Zeiten waren 3 Minuten und 5 Sek., 5,2 Sek., 6,5 Sek. Die 3 X 200 m-Stafette wurde von der B-Mannschaft des Bar Kochba-Berlin in 1 Min. 24 Sek. gewonnen, da die bessere A-Mannschaft, die 1 Min. 22,4 Sek. lief, wegen Aufnahme eines ungemeldeten Ersatzmannes disqualifiziert werden mußte.

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