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Jüdische Turnzeitung · 1912-06-01 · 6 (6.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
6 (6.1912)
Date
1912-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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No. 6 Unberechtigt jedoch ist die Bemerkung, daß in Wien angenommen werden konnte, es sei uns mit der Bitte, den Turntag in Wien abzuhalten, schließlich nicht mehr ernst gewesen. Die Arbeit des Ausschusses kann so niedrig wie nur möglich eingeschätzt werden, wenn Ihnen aber hier das Grund- Piogramm vorgelegt wird, die Statutenänderung, die doch vom Ausschuß herrührt, dann können Sie bei der Vorlegung eines derartigen Werkes nicht einfach den Ausdruck gebrauchen, daß man sich hier mit Schlagworten begnügt. Wir können verlangen, daß auch dem Ausschuß gegenüber dasjenige Maß innegehalten wird, das der Sache entspricht. Dr. Immerglück-Wien: Ich muß einigermaßen im Oegensatz zu meinem Vereinsbmder Ullmann sprechen. Herr Ullmann ist mit seiner scharfen Kritik, die ich nicht erwartet habe, ein wenig verspätet gekommen. Die Kritik hat der Stimmung des Vereins entsprochen, wie sie im Oktober, November vorigen Jahres vorhanden war. Es ist auch sicher, daß damals manche Verfehlungen der Turnerschart vorgelegen haben. Vor allem muß ich erklären, daß unser Verein niemals der Ansicht gewesen ist, Wien zum Turntag zu wählen, sei dem Ausschuß nicht ernst gewesen. Eine gewisse Unzufriedenheit soll bei allen Vereinen vorhanden sein, denn es wäre eine Schwäche unserer Organisation, wenn man mit allem, was aus Berlin kommt, zufrieden wäre, und dieses Maß von Unzufriedenheit ist ein Zeichen von Gesundheit. Ich bin der Meinung, daß der Ausschuß nicht aus dem Qrunde vielleicht nicht alles getan hat, was die Verbandsvereine wollten, weil , er nicht genügend Zeit hatte; daran war mehr die Art unserer Organisation schuld, und darum hat er eine neue Organisation geschaffen, und ich bin der Meinung, daß diese Klagen nicht mehr vorkommen werden. Ich fühle mich daher veranlaßt, um den Herren von Berlin zu zeigen, daß die gegenwärtige scharfe Kritik nicht der Stimmung meines Vereins entspricht, zu bemerken, daß ein Turntag in Wien lange nicht so gut und so schön wie in Berlin vorbereitet werden könnte. Ich stelle den Antrag, dem Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft besten Dank zu sagen und Decharge zu erteilen. Unna- Berlin spricht zur Kritik des Herrn Ullmann. Das Hauptübel läge im Versagen des Büros; das regelmäßige Erscheinen der Turnzeitung sei aus technischen Qründen sehr schwer möglich, so lange wir keinen bezahlten Redakteur haben. Inhaltlich sei sie besser geworden, doch sei die Zusammenstellung außerordentlich schwer, da wir keine Mittet haben, die Beiträge zu bezahlen. Jeder Verbandsverein hat die Pflicht und Schuldig-, keit, an der Ausarbeitung der Turnzeitung nach besten Kräften mitzuarbeiten, was. bisher nur der Kölner Turnverein getan habe. Jeder Verein solle einen Korrespondenten für die Turnzeitung ernennen, der nicht nur Vereinsberichte, sondern auch andere Beiträge liefern solle. Er bittet, in eine Kritik über die Turnzeitung einzutreten und Wünsche über die Ausgestaltung der Zeitung zu äußern. Wir geben meistens Artikel aus deutschen Verhältnissen und wissen die Wünsche unserer Freunde in Oesterreich und der Türkei nicht zu berücksichtigen. Dr. Immer glück stellt den Antrag, die Redefrist auf fünf Minuten zu beschränken. Dieser Antrag wird mit dem Amandement von Rechtsanwalt Heilbrunn, daß die Versammlung in fünf Minuten zu befragen ist, ob sie den Redner weiter hören wolle, angenommen.

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