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Jüdische Turnzeitung · 1912-06-01 · 6 (6.1912) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
6 (6.1912)
Date
1912-06-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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114 No. 6 leichtathletische Sport mit seiner starken Inanspruchnahme der Beine ein Gegengewicht. Besonders aber seine Ausübung in Oottes freier Natur macht ihn für uns gesundheitlich wertvoller als das Hallenturnen. Nebenher mag bemerkt sein, daß der Sport dem Snobismus der jüdischen Jugend entgegenkommt. Die Abneigung weiter Kreise gegen das Turnen verwandelt sich hier in Sympathie. Von anderen Sportarten hat sich in erster Linie das Rudern als vereinsbildendes Moment erwiesen, trotzdem hier das Gesellschaftliche mehr in den Vordergrund tritt. Vön unseren Vereinen hat der Hamburger „Bar Kochba" in den letzten Wochen eine Ruderriege errichtet. Wir wollen das Gute nehmen, wo wir es finden, nicht einseitig vorgehen, aber auch nicht planlos versuchen. Was in der Richtung zu unserem Ziel liegt, ist uns willkommen. Hier haben wir nichts zu verlieren, alles zu gewinnen. (Lebhafter Beifall.) Vors.: Das Wort hat Herr Dr. Tuch zu dem Bericht der Obmannschaft. Dr. Tuch: Wie die anwesenden Delegierten wissen, sollte die aus den Vorsitzenden der verschiedenen Verbandsvereine bestehende Obmannschaft ein wertvolles Olied der Organisation sein. Es hat sich aber im Laufe der Zeit gezeigt, daS sie ein viel zu schwerfälliges Instrument ist, da die an verschiedenen Orten sitzenden Mitglieder ein außerordentlich schweres Zusammenarbeiten hatten. Es wird den anwesenden Delegierten der Entwurf der neuen Satzungen vorgelegt werden, die die Möglichkeit geben sollen, ein wesentlich schnelleres und zweckentsprechenderes Arbeiten durchzuführen. Die Obmannschaft, die bei ledern Turntag ihre Unfähigkeit eingestehen mußte, hat sich zugunsten der neuen Satzungen aufgelöst. Das ist eigentlich das, was ich Ihnen Uber die Wirkung der Obmannschaft zu sagen habe. (Heiterkeit.) Vors.: Nachdem wir alle Berichte und Referate gehört haben, eröffne ich die Generaldebatte.*) Dr. Zirker und Felix Heilbrunn geben auf Anfrage Dörnbesg und Kaminski Auskunft Uber die Bilanz. U11 m a n n - Wien spricht zum Bericht des Ausschusses und gibt eine Erklärung dafür, warum die Wiener den Turntag nicht übernommen haben und übt eine eingehende Kritik an der Arbeit des letzten Ausschusses. Der Turntag müsse mindestens ein Jahr vorbereitet werden, und die Turnzeitung müsse regelmäßig, womöglich an einem bestimmten Tage erscheinen. Die Wiener wünschen, daß das neue Bureau mit neuer Freude an die Arbeit gehe, daß die Leitung zuverlässig, tüchtig und hilfsbereit sein möge, so daß sie den Verbandsvereinen ein gewisses Rückgrat gebe. Dr. Jalowicz: Ich glaubte, daß Herr Ulimann eine Begrüßungsrede halten wollte, darum erteilte ich ihm sofort das Wort, und so kamen wir zu der begrüßenden Kritik des Herrn Ullmann. Auf die einzelnen Dinge, wie, daß Briefe nicht prompt beantwortet wurden etc., will ich nicht näher eingehen. Nur die Hauptfrage soll geprüft werden, ob ein Turntag in Wien hätte stattfinden können. Ich halte mich nicht für befugt, dies zu entscheiden. *) Wir können den Qwg der Debatte aus Raummangel nur in großen Zügen wiedergeben. D. Red.

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