Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1912-06-01 · 6 (6.1912) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
6 (6.1912)
Date
1912-06-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4921092-5965022-5965343--3317-4922075
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

116 No. 6 Dörnberg wünscht, daß ein Etat aufgestellt wird über die jährlichen Kosten der Turnzeitung, was auf Grund der vorliegenden Bilanz nicht möglich ist. Die Vereine sollen sich äußern, warum die Zeitung nicht genügend war, ob es der Inhalt oder die Sprache war. Er vermißt offizielle Kundgebungen des Ausschusses. Dr. Theühaber: Wenn wir die abgelaufenen Vereinsjahre betrachten, so können wir wohl konstatieren, daß wir vorwärts gekommen sind, aber nicht in dem Maßstabe, wie es unserer Bewegung entspricht. Auf früheren zionistischen Kongressen wurde die Losung ausgegeben, daß die Turnbewegung die Bewegung sei, die zur Regeneration der Juden führe. Große zionistische Landsmannschaften, besonders in Amerika, haben noch keinen Schritt dazu getan, darauf einzugehen. Aber in anderer Beziehung, z. B. im Orient, ist die jüdische Turnbewegung das Rückgrat der nationalen jüdischen Jugendbewegung, und wir haben die Pflicht, von der zionistischen Organisation zu fordern, auch unsere Sache zu führen. Auf dem Kopf der Turnzeitung sollte in erster Linie stehen „Monatsschrift für die körperliche Hebung der Juden" und dann erst „Jüdische Turnzeitung", denn wir sind die einzige Bewegung, die die Hygiene unter den Juden propagiert. Darum sollten auch Wander- und Rudervereine aufgenommen werden. Wenn wir das festlegen, können wir auch fordern, daß an jedem Ort mindestens eine Gruppe für uns existiert. Wir sind keine jüdische Turnbewegung, sondern die große jüdische Volkshygienebewegung, die dann auch seitens der Gemeinden mehr Beachtung finden wird. Dr. Z i r k e r weist ganz energisch die Kritik des Herrn Ulimann zurück Kaminski teilt mit, daß der Ausschuß die Palästina-Frage in die Hand genommen hat, aber nach kurzer Frist die Arbeit liegen ließ. Ich halte es im Interesse unserer Bewegung für durchaus erforderlich, daß die Turnsache in Palästina von uns aus mit größter Energie in die Hand genommen wird. Sachs-Posen: Ich habe mir das Wort erbeten, damit es nicht aussieht, als ob wir mit der Leitung zufrieden waren. Auch wir sind mit der Absicht gekommen, scharf zu kritisieren. Wir sind zu der Meinung gekommen, daß Personenmangel und andere Dinge es dem Ausschuß nicht möglich gemacht haben, die Geschäfte so zu führen, wie er es wünschte. Wir sind ohne Initiative seitens des Ausschusses genlieben. Flugblätter und Piopagandamittel sind nicht gekommen. Ich halte es aber für verfehlt, jetzt diese Details aufzurollen und bitte nur den neuen Ausschuß, unsere Briefe mehr zu berücksichtigen. Ingenieur Zimmermann bemerkt zur Sache seiner galizischen Turnbrüder, daß die galizischen Turnvereine von der Jüdischen Turnerschaft keinen Nutzen gehabt haben und bittet, man möge die galizischen Verhältnisse studieren. U11 m a n n berichtigt einige seiner vorher gemachten Ausführungen. Er bittet den Redakteur der Turnzeitung, Wert darauf zu legen, daß die Vereinsberichte nicht Stimmungsbilder darstellen, sondern sachlich und objektiv gehalten sind und daß, wie früher, Uebungsgruppen zusammengestellt werden. Hirsch ist der Meinung, daß die Jüdische Turnzeitung als Verbandsorgan gezwungen werden muß, die Berichte des Ausschusses zu drucken.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.