Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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108 No. 6 Was die dem Ausschuß obliegenden Aufgaben der inneren und äuGeren Propaganda anlangt, so ist hinsichtlich beider zunächst und vornehmlich auf die Arbeit, die mit der Jüdischen Turnzeitung geleistet wurde, h'nzuweisen. Die Turnzeitung hat unter der Redaktion von Unna und Burin recht Gutes geleistet. Die Herausgabe des neuen, in das Verlagsrecht der Turnerschaft Ubergegangenen Vereinsliederbuches und diesmal separat erschienenen Notenheftes gehört ebenfalls zu den Leistungen des Ausschusses auf dem Gebiete der Propaganda. Ebenso auch das nach verschiedenen Richtungen ungemein wertvolle Verbandsschauturnen in Hamburg, ferner die leider nur von drei Vereinen beschickte Turnfahrt nach Thüringen, ferner die Förderung des von Zwy Orloff vorbereiteten hebräischen Kommandobuches, sodann die Herausgabe des Mahlerschen Vortrags „Warum sind wir jüdische Turner?" als Broschüre (nachdem zuvor das Preisausschreiben des Ausschusses zur Erlangung einer Tendenzschrift keinen Erfolg gehabt hatte). Auch darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß es schließlich den Bemühungen des Ausschusses gelang, dem Makkabi in Konstantinopel einen geeigneten Turnlehrer zu beschaffen und so der Turnsache im Orient recht nützlich zu werden. Weiter hat der Ausschuß propagandistisch zu wirken gesucht, indem er der Dresdener Hygieneausstellung statistisches und literarisches Material zur Verfügung stellte, das auch verwertet wurde, und in dem von Dr. Grunwald im Auftrag der Ausstellungsleitung herausgegebenen Sammelwerk „Jüdische Volkshygiene" über die speziellen Arbeiten der Turnerschaft berichten ließ. Ejne im Anschluß an das Hamburger Verbandsschauturnen in deutschen Tageszeitungen gegen unsere Bestrebungen unternommene Polemik gab dem Ausschuß willkommenen Anlaß, unsere Arbeit der OeffentlichKeit gegenüber Ins rechte Licht zu rücken. Des ferneren sind mehrere Vorträge von Ausschußmitgliedern zu erwähnen, nämlich ein Vortrag von Dr. Jalowicz und Dr. Zirker in Hamburg und Halberstadt sowie ein durch Vermittlung des Ausschusses in Hamburg gehaltener Vortrag von Julius Hirsch. Schließlich sei, wenn es sich dabei auch nicht um eine Leistung des Ausschusses also solchen handelt, auf die Errichtung der Georg Arndt- Stiftung hingewiesen, deren Erträgnisse der Jüdischen Turnerschaft zugute kommen sollen. Diese Stiftung, die bei zielbewußtem Zusammenarbeiten aller Verbandsvereine ohne große Schwierigkeit auf eine ihrer Bedeutung entsprechende Höhe gebracht werden kann, wird im Laufe der Zeit uns die Erfüllung mancher besonderen Aufgaben ermöglichen. Sicherlich ist mit dem, was getan wurde, bei weitem nicht alles das geschehen, was hätte geleistet werden können, ja nicht einmal das, was nach den Beschlüssen des letzten Turntags hätte geleistet werden müssen. Die Mißstände, die bereits auf dem letzten Turntage gerügt wurden, bestanden fort, wenn auch etwas gemindert, und bestehen noch heute. Vor allem die Indolenz vieler Vereine, für die ein klassisches Beispiel die Lässigkeit bildet, mit der die erbetene Ausfüllung der statistischen Fragebogen betrieben wurde. Dann weiter der Mangel an Mitteln. Die Erhöhung der Verbandsbeiträge durch den letzten Turntag von 1,20 M. auf 2,70 M. hat die tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel des Verbandes nicht entsprechend erhöht. Während vor dem letzten Turntag die recht erfreuliche Tatsache konstatiert werden konnte, daß die Vereine mit nur 133,46 M. Verbandsbeiträgen im Rückstände waren, überdies auch schon Beiträge Im voraus gezahlt hatten, ergibt der diesmalige Kassenbericht, daß sehr erhebliche Beitragsrückstände und überhaupt keine Vorauszahlungen vorhanden sind. Geht man der Sache tiefer auf den Grund, so findet man, daß es sich um ganz bestimmte Vereine handelt, welche ihren Beitraitspflichten mit der altergrößten Lässigkeit nachkommen. Ueberdies sind die er-