Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 109 folgten Einzahlungen zum größten Teil erst in allerletzter Zeit geschehen. Schließlich mußte der Ausschuß ziemlich häufig Vereinen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Verhältnisse den Beitrag ermäßigen, stunden oder erlassen. Wenn man dies in Betracht zieht, wird man einsehen, daß der Ausschuß nur für die notwendigsten Ausgaben Deckung vorfand und manches Nützliche schon aus finanziellen Qründen unterlassen mußte. Es kommt dabei endlich noch in Betracht, daß die Herausgabe des Liederbuches und Notenheftes den Ausschuß in sehr erhebliche Ausgaben gestürzt hatte. Schließlich ist noch zu berücksichtigen, daß der amtierende Ausschuß sozusagen ein Notausschuß gewesen ist. Sie wissen alle, daß auf dem vorigen Turntag mehrere Ausschußmitglieder eine Wiederwahl aus Mangel an Zeit abgelehnt hatten. Der vom Turntag gewählte Ausschuß hat dann nur kurze Zeit bestanden. Mit dem Tode unseres unvergeßlichen Qeorg Arndt verlor der damalige Ausschuß sein arbeitsfreudigstes und befähigstes Mitglied. In den Ausschuß wurden nunmehr dieselben Personen kooptiert, die auf dem Turntag es abgelehnt hatten, ein Amt wieder anzunehmen. Sie hielten sich Jetzt für verpflichtet, mangels anderer Kandidaten In die Bresche zu springen. Sie sind die letzten, zu bestreiten, daß andere manches besser gemacht hätten. Immerhin darf nicht unerwähnt bleiben, daß durch das Vorhandensein eines Büros die Summe der Ein- und Ausgänge sich mehr als verdoppelt hat, und daß die durchschnittlich alle drei Wochen tagenden Sitzungen des Ausschusses recht erhebliche Pensen bewältigt haben. Mit der vom Ausschuß beantragten Kreiseinteilung werden die Arbeiten des kommenden Ausschusses einen anderen Inhalt erhalten. Dem künftigen Ausschuß wird viele mechanische Kleinarbeit, die bekanntlich die Arbeitslust zu einer Last macht, erspart bleiben; er wird in großzügiger Weise arbeiten können. Dem scheidenden Ausschuß muß es genügen, dem künftigen den Weg hierzu geebnet zu haben. Turnbericht. Erstattet von E r i c h B u r i n. Meine Damen und Herren! Die turnerische Arbeit des Verbandes in der Berichtsperiode stand unter dem Eindruck der Entwicklung und des Aufschwunges, den die Pflege der Leibesübungen ■n allen Kurturnationen genommen hat. Wenn sich auch aus Mangel an Zahlenmaterial nicht nachweisen läßt, daß sich der Turnbetrieb innerhalb unserer Verbandsvereine gehoben hat, so ist doch Uberall das Streben nach Leistungsfähigkeit, Vielseitigkeit und technischer Fortbildung zu erkennen. Bei den mannigfachen Schwierigkeiten, die unseren Turnwarten und Vorturnern bereitet sind, kann die Summe turnerischer Erziehungsarbeit nicht an. den Fortscbritten gemessen werden, die den Fernerstehenden sichtbar sind. Der Fleiß, der jahraus. Jahrein in unseren Werkstätten aufgewandt wird, ist erst dann gelohnt, wenn die von uns erzogenen Jugendturner in die Glieder der Männerriegen eingerückt sind. Darin liegt das Wesen und das Ziel unserer turnerischen Arbeit. Seit dem Verbandsschauturnen des 4. Jüdischen Turntags (Berlin 1909) sind unsere Aufgaben wesentlich gewachsen. Damals war das Hallenturnen fast unser einziges Gebiet Die Stärke des „deutschen Tarnens" wird zwar immer im geregelten Riegenturnen an Geräten liegen; denn sein Ziel ist, die Durchschnittsleistungen zu heben. Daran sollen die Jüdischen Turnvereine auch festhalten. Wir haben aber mit der volkstümlichen Uebungsweise ebenso gute Erfahrungen gemacht. Auf dem vorigen Turntag fand zum erstenmal ein Dreikampf (Weithochsprung, Steinstoßen, 100 m Lauf)