Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 107 Geschäftsbericht.* Erstattet von Dr. Zirker. Geehrter Turntag! Die Jüdische Turnerschaft hat in der Berichtszeit besser als je abgeschnitten. Der Jüdischen Turnerschaft sind in dieser Zeit neu beigetreten die Vereine in Boskowitz, Breslau, Brünn, Budapest, Dortmund, Essen, Halberstadt, Hamburg, Iglau und Zürich. Die Vereine in Hamburg, Dortmund und Essen können als direkte Frucht der Verbandsarbeit bezeichnet werden; ihre Entstehung ist veranlaßt oder doch stark beeinflußt durch das Verbandsschauturnen in Hamburg im Dezember 1909. Die Vereine in Boskowitz, Brünn und Iglau sind durch die Bemühungen unserer österreichischen Freunde ins Leben gerufen worden und uns beigetreten. Diese neu beigetretenen Vereine bedeuten einen Zuwachs von etwa 700 ordentlichen Mitgliedern. Außer Betracht gelassen wurden hierbei die im Zusammenhang mit unserem Verbandsverein Makkabl in Konstantinopel neu begründeten Vereine und Sektionen. In die Berichtsperiode fällt endlich auch die Qründung der uns nahestehenden Vereine in Königsberg und München, von denen wir, ebenso wie von einigen anderen Vereinen, hoffen, dürfen, daß sie sich uns bald anschließen werden. Ausgeschieden aus dem Verband ist der Charlottenburger Turnverein infolge seiner Verschmelzung mit dem Bar Kochba-Berlin. Statistische Daten über den Stand und die Entwicklung der Vereine fehlten bisher. Man war auf die in der Turnzeitung unregelmäßig erscheinenden Vereinsberichte angewiesen. Diese Berichte waren vielfach mehr Stimmungsberichte, und in solchen Berichten pflegt die Stimmung meist gehoben zu sein. Wenn aber dann der hinkende Bote in Qestalt der Verbandssteuer nachkam, die die in den Berichten über die Stärke des Vereins angegebenen Daten für die Steuerveranlagung zugrunde legte, erfuhren iene Daten eine wesentliche Einschränkung. Der Ausschuß hat, um diesen Mißhelligkeiten abzuhelfen und aus den bekannten Oründen, die sonst noch für die Einrichtung einer Statistik sprechen, ein statistischen Zwecken dienendes Formular hergestellt, dessen vierteljährliche Ausfüllung er von den Vereinen verlangte. Eine große Anzahl von Vereinen ist diesem Ersuchen leider nicht nachgekommen, und so ist es denn bei den bloßen Ansätzen einer Statistik geblieben. Selbst dem kurz vor dem Turntag nochmals wiederholten Ersuchen um Ausfüllung und Einsendung des statistischen Fragebogens haben einige Vereine nicht entsprochen, so daß das Bild, das wir von der jetzigen Lage des Verbandes besitzen, nur ein unvollkommenes ist. Es ist dies die erste eingehendere Statistik unseres Verbandes, die freilich noch sehr viel zu wünschen übrig läßt. Es darf hier die dringende Bitte ausgesprochen werden, daß die Vereine, die bisher durch Nichteinsendung ihrer Daten, den Ausschuß zu Schätzungen und Vermutungen gezwungen haben, nunmehr schleunigst das Versäumte nachholen und es wenigstens dem neuen Ausschuß ermöglichen, die Statistik richtigzustellen. Man wird, wenn man das vorhandene Material berücksichtigt, sagen müssen, daß die Entwicklung der Vereine nicht allerorten gleichmäßig gewesen Ist. Ein Teil der Vereine hat zweifellose Rückschritte, nicht nur in der Zahl seiner Mitglieder, gemacht. Andererseits pulsiert in der größeren Anzahl von Vereinen ein starkes turnerisches und jüdisches Leben. Es ist tu erwarten, daß die beantragte Einrichtung der Kreisorganisation allenthalben belebend auf das Vereinsleben einwirken wkd. •) Die Referate wurden zum Teil gehalten und lagen z. T. dem Turntsge Jet vor.