Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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106 No. 6 ist keinem lebendigen Bedürfnisse entsprungen und daher nicht existenzberechtigt. Die Obmannschaft stellte auf dem 4. Turntag den Antrag, die Verbindung mit akademischen Vereinen zwecks aktiver Turnbeteiligung in unseren Reihen herzustellen. Dieser Antrag ist zur Ausführung gelangt. Der vorliegende Statuten-Entwurf erleichtert die Angliederung akademischer Korpoiationen und wird hierbei von Nutzen sein. Auf unseren früheren Tagungen wurde darüber Klage geführt, daß die Zionisten, insbesondere die zionistischen Ortsgruppen-Vorstände ein außerordentlich geringes Interesse für die jüdische Turnsache an den Tag legten. Jetzt hat man sich in diesen Kreisen zu der Erkenntnis durchgerungen, daß die Jüdische Turnbewegung mit ihrem positiven, auf die Erstarkung und Qesundung unseres Volkes gerichteten Programm einen höchst bemerkenswerten Faktor in der jung-jüdischen Bewegung darstellt und daß die jüdische Turnsache nicht nur theoretisch, sondern vor allem durch die Tat gefördert weiden muß. Um unser Verhältnis zu allen anderen jüdischen Organisationen, zu sämtlichen Juden überhaupt zu charakterisieren, möchte ich die Worte wiederholen, die in einem Artikel über den 2. Turntag in der „Jüdischen Turnzeitung" standen: „Die einzige Voraussetzung, die die Jüdische Turnerschaft verlangt, das einzige Dogma, das sie aufstellt, ist das jüdische Bewußtsein, ist das jüdische Volk, und darum ist uns willkommen und darum muß zu uns kommen, wer immer für lebendiges Judentum arbeitet: sei es der Mann der Bodenkultur, sei es der Anhänger des Kolonisationsvereines, der Liebhaber der Jüdischen Wissenschaft und ebenso selbstverständlich der Zionist, der letztere aber ganz besonders. Was er braucht, die Stärke der Muskeln und die Stärke des jüdischen Bewußtseins, wir sind es, die sie schaffen." Meine sehr verehrten Turntagsdelegierten, ich bin am Schlüsse meiner Ausführungen. Wenn ich die gesamten Leistungen des Ausschusses in den letzten drei Jahren betrachte, dann sagen mir — ich will es offen bekennen — Vernunft und Herz, daß vieles von dem Ausschuß nicht geleistet wurde, was hätte geleistet werden können. Aber unleugbar ist eine starke Aufwärtsbewegung unseres Bundes zu konstatieren. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen, sie wird weitergehen. Wir dürfen daher in froher Zuversicht der Zukunft entgegensehen. Diese Zuversicht ist nicht vage. Sie gründet sich vielmehr darauf, daß unser Verband ständig gewachsen Ist, und daß die Zahl der Vereine der Jüdischen Turnerschaft sich seit ihrer Oründung verdteifacht hat. Diese historische Entwicklung war die Folge unseres treuen und kraftvollen Festhaltens an unserer Tendenz. Auch In Zukunft diene sie uns als Richtschnur und wir werden sein chasak, chasak weamez, stark, stark und fest! (Stürmischer, langandauernder Beifall.)