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Jüdische Turnzeitung · 1912-05-01 · 5 (5.1912) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
5 (5.1912)
Date
1912-05-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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98 No. 5 Den Abschluß der turnerischen Vorführungen bildete das Kürturnen am Hochreck. Die elegant und vollendet ausgeführten schwierigen Uebungen zeigten am deutlichsten den großen Aufschwung, den unser turnerisches Können in den letzten Jahren genommen hat. Dieser Aufschwung ist das unbestrittene Verdienst unseres Platzleiters des Herrn Emil Popper, der sämtliche Vorarbeiten für den turnerischen Teil unserer diesjährigen Veranstaltungen in aufopfernder Weise besorgte. D. Bücherschau. Palästina als Judenland von Dr. Elias Auerbach. Haifa (Palästina). Herausgegeben vom Aktionskomitee der zionistischen Organisation. Jüdischer Verlag Berlin und Leipzig, 1912. Ein Kentier des Landes, ein deutscher Arzt, der in Haifa praktiziert, zeigt in dieser ausführlichen Broschüre das jüdische Palästina von heute. Den Inhalt des Büchleins kann mau allgemein dahin zusammenfassen: Ueberau verheißungsvolle Anfänge dazu, daß Palästina wieder das Judenland wird; überall noch reichliche Arbeit, aber eine Arbeit, die Erfolg verspricht. Ruhig und sachlich, ohne Pathos schildert der Verfasser die Dmge so, wie sie wirklich sind. Auch wo er von der Zukunft spricht, von dem, was einst sein wird, bleibt er in seinem ruhigen Ton. Und doch hebt er au verschiedeneu Stellen hervor, daß auch der nüchterne, rein sachlich erwägende Politiker rechnen muß mit den „Imponderabilien*', mit den Stimmungen, Hoffnungen und der Sehnsucht der Menschen. Wer das Büchlein wirklich ernsthaft liest, kann gar nicht mehr von der „Utopie" des Zionismus reden. Das Problem der Emigration liegt allen jüdisch-interessierten Juden auf der Seele. Wohin? fragt der Jude des Westens, der den armen Juden des Ostens aus Rußland heraushelfen will. Nach Palästina, sagte der Zionismus schon vor 15 Jahren, und jetzt endlich sagen die Hilfsorganisationen es ihm nach. Mit der Ansammlung in Paliistina wird aber auch eine jüdische Kultur entstellen, von der die Hilfsorganisationen nichts wissen wollen; in Argentinien ist sie nicht entstanden. Auerbach zeigt uns das jüdische Palästina wie es ist. 100 001j Juden gibt es im Lande, aber Tausende sind noch unproduktiv und beziehen Oeld aus der Chaluckah. Die neue Generation wird zur Arbeit erzogen — doch nicht alle zu nationalen Juden. Die Alliance will noch immer Franzosen aus den Juden machen und erweckt in ihnen die Sehnsucht, Palästina zu verlassen, um nach Paris zu gehen. Hilfsverein und die zionistische Organisation erziehen zu Juden; das Hebräische ist die Unterrichtssprache und kann es sein, weil es in Palästina zu einer lebenden Sprache geworden ist, die in ihrer Verbreitung an die zweite Stelle gerückt ist, gleich hinter das Arabische und vor das Französische. Auch das beweist: Die Juden können ein Gemeinwesen bilden. Die Kolonisation hat ihre Fähigkeit erwiesen, Bauern zu werden. Auch das Land ist für die Kolonisation geeignet. Die Juden können eine blühende Provinz des türkischen Reiches aus Palästina machen; die türkische Regierung wird das einsehen und die Einwanderung fördern. Nur an uns liegt es, das Ziel zu verwirklichen. % Dr. Albert Baer-Berlin. Volkstümlich« Redekunst. Erfahrungen und Ratschläge von Adolf Damaschke (Fischer, Jena, 1911). In einem äußerst interessant geschriebenen und mit vielen schönen Zitaten über die Redekunst geschmückten Büchlein gibt Damaschke beherzigenswerte Ratschlöge für Redner, für Anfänger und Fortgeschrittene.

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