Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 5 (5.1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 97 folg geturnt. Mit Befriedigung können wir die Begründung eines hebräischen Sprachkursus melden. Für den Sommer planen wir in beiden Abteilungen einen ausgedehnten Spiel- und Sportbetrieb auf einem der hiesigen Spielplätze. S. R. Stettin. J. T. V. Unser Sommerprogramm wurde in einer am 23. März stattgefundeneu Mitgliederversammlung festgelegt. Auch in diesem Jahre finden alle drei Wochen Turnmärsche in die Umgegend Stettins statt, deren Leitung in freundlichster Weise Herr Jakob übernommen hat. Der erste Marsch am 29. April d. J., der uns in die schöngelegene Buchheide führte, war von unsern Mitgliedern und Oästen gut besucht. Ebenso ist die Beteiligung am Rudern und Tennisspiel eine verhältnismäßig rege. Die leichtathletische Riege, die in diesem Jahre zum ersten Male trainiert, weist ebenfalls eine gute Beteiligung auf und -wird sich auch am V. Jüdischen Turntag in Berlin beteiligen. Vorbereitungen zu diesem sind bereits in der Mitgliederversammlung am 11. Mai d. J. getroffen worden. Es wurden zwei Delegierte und deren Ersatzmänner gewählt. Von Herrn Dr. Baer-Berlin wurde auf die Bedeutung des Turntages hingewiesen, so daß der Verein demselben mit regem Interesse entgegensieht. Wir glauben von unseren Mitgliedern erwarten zu dürfen, daß eine große Anzahl an diesem Tage in Berlin anwesend ist. An Stelle des aus dem Vorstande scheidenden Herrn Meyer wurde Herr Josef Schmeidler zum ersten und Herr Ludwig Cohn zum zweiten Schriftführer gewählt. J. S. Wien. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Bericht Uber das abgelaufene Wintersemester. Der Turnbesuch während der Wintermonate war in allen Abteilungen ein außerordentlich reger und stabiler. Uanz speziell gilt dies von unserer aufstrebenden Damenabteilung, wo wir öfters mehr als 70 Turnerinnen am Platze zählten. — Das gesellschaftliche Leben im Verein hat einen erfreulichen Aufschwung genommen. Vorträge üidischnatioiialer Tendenz sowie die zahlreiche Beteiligung an den zionistischen Veranstaltungen der Wiener Judenschaft haben das nationale Gefühl bei vielen Vereinsmitgliederu geweckt und gehoben. Speziell gilt dies von der großen Makkabäerfeier der zionistischen Korporationen. Wiens, wo wir eine Musterriege am Hochreck stellten, deren Vorführungen nach dem allgemeinen Urteile der Clou des Abends war. — Am 14. Januar d. J. veranstalteten wir unter der Leitung unseres Herrn Emil Popper ein Zöglingswetturnen. Die Sieger erhielten Bücher Jüdischen Inhalts. Den Höhepunkt unserer turnerischen Betätigung bildete das Schauturnen, welches am 23. März im Sophiensaale stattfand. Wie im Vorjahre war dieser größte uns zur Verfügung stehende Saal Wiens von den -zahlreichen Freunden unseres Vereins überfüllt. Nach dem Einmarsch der Turner hielt unser Obmann, Dr. Arthur lmmerglück, eine gehaltvolle und formvollendete Ansprache. Hierauf begannen die von 75 Turnern exakt ausgeführten Freiübungen ohne Belastung. Die letzte Uebung ist endlich unter den Klängen der Militärkapelle beendigt. Die Reihen der abtnarschierenden Turner kreuzen sich mit denen der einmarschierenden Turnerinnen. Die schwierigen Stabiibungen der Damenabteilung folgen: Ein schönes, unvergeßliches Bild Oer Riesensaal im strahlenden Lichterglanzc: au der Stirnseite unser Davidsstem, leuchtend aus hunderten von Glühlampen. Auf dem herrlichen Parkett unsere Turnerinnen in ihren schicken Kostümen, geschmeidig und graziös die silberblitzenden Stäbe schwingend, ringsum die dichtgedrängte, festlich gc» kleidete Menge der Zuschauer! In dem darauf folgenden allgemeinen Riegcuturnen lenkt besonders das zum erstenmal ausgeführte Stabhochspringen diu allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Es wurden drei reine Spränge über 2,90 m erzielt. Den Fortschritt der Zöglingsabteilung zeigte hierauf das von Je vier Zöglingen gleichzeitig ausgeführte Sektionsturnen an zwei Barren.