Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 5 (5.1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Da wurden unsre Augen froh und hell, Und unsre Herzen wurden stark und weit. Von jedem Felsen sprudelte ein Quell. Aus jedem Sehnen wurde Tapferkeit. In jeden Willen goß den Segenswein Die reine Kraft des Wortes: „Jude sein"! Nun tritt das Leben streng an uns heran Und heißt uns wählen: Sklave oder frei! Wir zaudern nicht, wir stehen Mann bei Mann, Die alten Ketten reißen wir entzwei, Und laut hinaus in ersten Sonnenschein Tönt unser Ruf: Wir wollen Juden sein! Der Gewehrsprung. Von Moritz Sachs -Posen. Vor etwa drei Jahren wurde eine neue, sehr interessante Sprungart erfunden, welche nach dem im Heere dazu verwendeten Hilfsgerät „Qewehr- oder Bajonettsprung" genannt wird. Nach Mitteilungen der Tagespresse erreichten die von dem Erfinder dieses Sprunges ausgebildeten Mannschaften Höhen bis zu 4 m, während sogar Ende 1909 in der „Berliner Illustrierten Zeitung" sowie Anfang 1911 im „Weltspiegel" erschienene Aufnahmen des Qewehrsprunges Sprünge bis zu der beinahe unglaublichen Höhe von 5—7 m zeigten. Diese Abbildungen, welche die Eigenart des Sprunges besonders gut zum Ausdruck brachten und durch die Kühnheit der Ausführung, sowie durch die erreichten Höhenleistungen Aufsehen erregten, sowie ein darauf hinweisender Artikel in Nr. 8 der „Deutschen Turnzeitung", veranlaßten mich, die Verwendbarkeit dieser neuen Sprungart für unseren Vereinsbetrieb auszuproben. Nach den gesammelten Erfahrungen stehen der Einführung des Qewehrsprunges in unseren Vereinen grundsätzliche Bedenken nicht entgegen, da die angestellten Versuche ein geradezu glänzendes Resultat gezeitigt haben. Nach dreimaligem Ueben war fast die ganze Vorturnerriege, in der der Sprung versucht wurde, in der Lage, sichere Sprünge von etwa 2Vz bis zu 4 m Höhe auszuführen, so daß ich allen Verbandsvereinen die systematische Einübung dieser Sprungart, in der nachfolgenden, von uns erprobten Ausführung, angelegentlichst empfehlen kann. Anstelle des in der Armee gebräuchlichen Bajonettiergewehrs, ist eine nicht zu starke Holzstange von ca. 2 m Länge erforderlich. Eventuell genügt auch eine leichte, holzverkleidete Reckstange. 4 Turner, Nr. 1—4, erfassen ristgriffs die Stange, indem sie dieselbe mit abwärts gestreckten Armen wagrecht halten. Nr. 1 und 2 erfassen je ein Ende mit der Front in der Sprungrichtung, Nr. 3 und 4 stehen auf der anderen Seite mit entgegengesetzter Front, also so, daß sie Nr. 1 und 2 ins Qesicht sehen können. Nr. 5 steht einen Schritt hinter der Stange, um den Springer zu stützen. Die Aufstellung ist aus der Skizze ersichtlich. /5\ Sprinfer /l\ + /2\ \3/ \V