Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 2/3 (2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2/3 43 Fußballabteilung durch Herrn R. Heller und konnte noch verschiedene Anträge mannigfacher Art von einzelnen Mitgliedern entgegennehmen. Der neue Vorstand trat bereits am folgenden Tage zusammen, um den neuen Mitgliedern des Vorstandes Gelegenheit zu geben, mit ihrem Arbeitsgebiet bekannt zu werden. Am Sonntag, den 18. Februar, gesellte sich zu den vielen Farben, welche die Hamburger Fußballplätze beleben, eine neue Dress. Hellblaue Sweater mit weißem Mögen Dovid auf der linken Brustseite. Nicht nur die Dress ist neu, die ganze Sache hat man in Hamburg nicht gekannt. Jüdische Fußballmannschaften. Die Fußballabteilung Bar-Kochba eröffnete am genannten Tage mit einem Trainingsspiel ihrer beiden Mannschaften die Saison. Das Spiel war sehr flott. Zwar wurde noch nicht gut zusammengespielt, doch hat die Schußsicherheit, besonders der ersten Mannschaft, gegen den Herbst gewonnen. Die Mannschaften sind flink und ausdauernd. Es war ein erfreulicher Anblick, die strammen Gestalten in den jüdischen Farben mit dem jüdischen Wappen im eifrigen Spiel tummeln zu sehen. Fußballabteilung Bar-Kochba. Jeden Sonntag, pünktlich 3 Uhr, Training am Heiligen-Gest-Feld. Umziehlokal: Victoria- Restaurant, Eimsbüttler Straße 24. Lemberg. J. T. V. „Dror". Am 21. Januar fand die alljährliche Generalversammlung des „Dror" statt. Die starke Frequenz aller Mitglieder weist auf das warme Interesse, welches diese ihrem Verein entgegenbringen, hin. Der „Dror" hat sich durch seine stille, energische und konsequente Arbeit die Sympathie seiner Mitglieder und des Lemberger Publikums errungen. Das Administrationskapital des „Dror" betrug im letzten Jahre 2968,11 Kronen, wovon nach Abzug der Verwaltungskosten ein Saldo von 532,20 K. übrig bleibt. Dem jetzigen Ausschuß ist es gelungen, durch ökonomische Administration und geschickte Reduzierung der Ausgaben den Vermögensstand des Vereins auf 4126,88 M. zu bringen. Die Bemühungen des Ausschusses, einen entsprechenden Saal im Zentrum der Stadt zu finden, waren ohne Erfolg. Der „Dror" hat sich im letzten Jahre auch der Agitationsarbeit in den Provinzstädten Galiziens hingegeben. Wo es hieß, einen Rat zu erteilen oder tätig einzugreifen, war der „Dror" zu finden. So hat er Neujahr eine wandernde Vorturnerriege zusammengestellt, die auf occasionellen Abenden einen oder zwei Punkte ausfüllte. Ihr Auftreten hatte meistens den Erfolg, daß man entweder zur Gründung eines Turnvereins schritt oder den existierenden wieder aufmunterte. Dies ist uns gelungen in Drohobycz und Stryj, wo das stramme Auftreten unserer Riege zum erwähnten Zwecke geführt hat. In dieser Richtung haben wir einleitende Schritte in vielen anderen Städten gemacht. Der „Dror" ließ einen seiner Vorturner, Leon Kroch, theoretisch und praktisch ausbilden und ihn auf der Lemberger Universität die Staatsprüfung eines Fachlehrers für Turnen bestehen. Dieses Ereignis kann nicht genug betont werden, zumal es der erste Jude ist, der sich auf der Lemberger Universität einer solchen Prüfung unterzog. Herr Leon Kroch erhielt auch viele Gratulationsbriefe von allen Seiten. Allen Jüdischen Turnern ober wollen wir ihn als nachahmenswertes Beispiel hinstellen und die Turnvereine auf den großen Nutzen der Ausbildung eigener Fachlehrer aufmerksam machen, im „Dror" selbst ist ein Seminar, bestehend aus 6 Vorturnern, die sich zu dieser Prüfung vorbereiten, gegründet worden. Vivat sequens!