Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 2/3 (2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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44 No. 2/3 Der Ausschuß bemüht sich, in kürzester Zeit das hebräische Kommando einzuführen; aber es geht* schwer. Nichtsdestoweniger hoffen wir noch im Laufe dieser Turnsaison in unserer Sprache kommandieren zu können. Der Ausschuß unterstützt und bildet hebräische Sprachkurse für seine Mitglieder und verbot den hebräisch sprechenden Turnern, in den Ubikationen des Vereins eine andere Sprache zu gebrauchen als die hebräische. Jeden Sonntag haben wir weite Ausflüge außerhalb der Stadt, bei denen nur hebräisch gesprochen werden darf. Im Namen der gymnastischen Kommission berichtete Herr Josef Männer, daß betreffs Systematik und fachkundige Leitung der Riegen das Beste geleistet wurde. Die Kommission beschloß nach langen fachmäßigen, theoretischen Erörterungen, die schwedische und deutsche Richtung einander ergänzend im „Dror" einzuführen, was sich wegen raisonabler Anwendung als äußerst praktisch erwiesen hat. Vom Kassaüberschuß bestimmte die Generalversammlung einen Teil für die Abrundung des Eisernen Fonds zu 300 K., des Fonds für den Bau eines eigenen Saales zu 1400 K.; der Arndt-Stiftung wurden 20 K. zugeteilt. In den neugewählten Ausschuß kamen als Präsident Dr. Sterner, Vizepräsident Manner, Schriftführer Bardach, Kassierer Schlichter, Turnwart Kroch, außerdem Mayer, Canner, Storch, Muskatenblüth, Frau Dr. Feuerstein, Fräulein Schlichter, Fräulein Perlmutter. H. B. Stettin. J. T. V. Am 27. Januar hielt Herr Referendar Dr. Baer im Jüdischen Turnverein einen Vortrag über „Die Lösung der Judenfrage". Von nationaljüdischem Standpunkte ausgehend, zeigte er uns, indem er die Haltlosigkeit des Assimilationsgedankens und die Unzulänglichkeit des Territorialismus nachwies, daß die einzig mögliche Lösung der Judenfrage der Weg sei, den der Zionismus weise. — Trotz aller Bemühungen läßt der Turnbesuch noch immer sehr zu wünschen übrig. Hoffen wir, daß er nach den Wahlen nun reger werden wird. Ende Februar gedenkt der Jüdische Turnverein ein Fest zu veranstalten, zu dem die Vorbereitungen schon in vollem Oange sind. Hoffentlich erfüllt das Fest alle Erwartungen, die wir an dasselbe stellen. Der Obmann, Herr Perlitz, stellt den Antrag, Herrn Hermann Lengsfelder in Anbetracht seiner hervorragenden Leistungen für den Verein zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der Antrag wird angenommen. Die Generalversammlung beschließt, den Turnrat aufzufordern, wegen Kreiseinteilung der Jüdischen Turnerschaft, speziell der vier Wiener Vereine das Nötige zu veranlassen, und zwar sollen die nötigen Vorarbeiten bis längstens 1. August 1912 abgeschlossen sein. Schauturnen. Am 16. März a. c. veranstaltet unser Verein in den Monopolsälen (ehemals Savoy), Mariahilf, ein Schauturnen mit Tanz. Nach der regen Kartennachfrage zu schließen, dürfte dieses Fest seine Vorgänger übertreffen, was nicht am wenigsten der rührigen Arbeit unserer Damenriege zuzuschreiben ist, die heuer im Kartenverkauf die Herren zu schlagen beabsichtigt. R. Nürnberg. Vor kurzem hat sich hier ein jüdischer Turn- und Sportverein gegründet, der heute bereits auf die stattliche Anzahl von 100 aktiven Turnern (ca. 70 Herren und ca. 40' Damen) stolz sein kann. Wien. J.T.V. Fiinfhaus. Dem ausführlichen Bericht entnehmen wir folgendes: Am 14. Januar 1912 fand die 12. statutengemäße Generalversammlung in der Turnhalle statt. In seinen einleitenden Ausführungen hob der Obmann, Herr Perlitz, speziell die Leistungen einzelner Funktionäre hervor und dankte diesen. Laut Beschluß der vorjährigen Oeneralver-