Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 2/3 (2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2/3 37 II. Schwimmen 300 Meter, freier Stil. III. Degenfechten. IV. Einze 1 re iten auf einer im Terrain markierten Bahn von höchstens 5000 Meter Länge. Die Teilnehmer beschaffen ihre Pferde selbst, oder es werden ihnen auf Wunsch vom Schwedischen Organisationskomitee am Platze Selbst Pferde zur Verfügung gestellt. V. C r o s s - C o u n t r y - L a u f e n ca. 4 0 00 Meter. Die Teilnehmer starten einzeln in Zeitabständen von ie 1 Minute. Start und Ziel im Stadion. Auf den -ersten Blick erscheinen die fünf Uebungen, die hier zu einem Mehrkampf zusammengefaßt sind, gewiß ein wenig willkürlich gewählt. Bei genauerem Hinsehen wird man aber leicht einen gemeinsamen Gesichtspunkt, der bei der Wahl maßgebend war, herauserkennen: Es ist der der Landesverteidigung. Nur so ist es-zu erklären, wenn zwei Waffensports unter fünf Uebungen vertreten sind, die sich alsdann aber mit ihnen zu den Voraussetzungen der Kriegstiichtigkeit ergänzen. Möglich, daß so die Teilnehmer und besonders die Sieger der Konkurrenz sich in der Hauptsache aus dem Wehrstande rekrutieren werden. Denn auf eine größere Beteiligung von Leuten, die auf eine rein sportliche Ausbildung zurückblicken, wird kaum zu rechnen sein. Wer die Möglichkeit hat, die kostspielige Kunst des Reitens zu üben, der wird sich schwerlich den Mühen eines Cross- Countrytrainings unterziehen, zumal wenn er den eleganten Hantierungen des Degenfechtens zuneigt und nebenbei dem Schießsport huldigt. Und sollte es schon einen solchen Allround-Sportsman geben, so wird er ganz gewiß es nicht für nötig halten, sich auch noch für eine sportgerechte Durchführung eines Wettschwimmens zu trainieren. Da die Ausschreibung nun leider bei keiner Uebung eine Minimalleistung vorschreibt, die als Voraussetzung für die Teilnahme am Wettkampf festgesetzt ist, so wird der Sieg voraussichtlich nicht dem zufallen, der auf allen Gebieten guten Durchschnitt leistet, sondern dem, der sich in einigen wenigen Uebungen als Meister erweist. Es sei denn, daß die Zahl der Meldenden so groß ist, daß ein Versager den Konkurrenten gehörig zurückwirft. Die Absicht ist sicherlich gut. Es ist wünschenswert, daß bei den Olympischen Spielen unserer Tage die antiken Pentathlons mehr zur Qeltung kämen, daß namentlich der höchste Preis dem Manne zuerkannt werde, der durch mindestens zwei Siege in Spielen mit entgegengesetzten Anforderungen d<5T Beweis erbringt, daß seine beste Leistung in einem Zweige der Gymnastik nicht auf Kosten des Könnens auf einem anderen Gebiete geschehen ist. Wir haben heute Ringkämpfer, die bei einem Wettlaufe eine klägliche Rolle spielen würden, und es gibt Läufer, die mit einem Speer oder Degen nichts anzufangen wissen. Lauter Spezialisten auf Kosten der harmonischeu Ausbildung. Die Spiele dauern zehn Tage. Die Unterkunftsmöglichkeiteii in Hotels, Pensionen etc. sollen jetzt schon geringe sein, nach den Eintrittskarten herrscht dringende Nachfrage. Jedoch zeigt die Schwedische Regierung allen aktiven Sportsleuten weites Entgegenkommen und gewährt Ihnen u. a. eine Ermäßigung von 50 Prozent auf allen Staatsbahnen und Seelinien.