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Jüdische Turnzeitung · 1912-02-01 · 2/3 (2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
2/3 (2.1912)
Date
1912-02-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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36 No. 2/3 Ueberschiisse verschaffen. Nicht zu vergessen ist bei Festen die Einrichtung einer Tombola, falls der Ortsgebrauch diese schöne Erfindung nicht allzusehr verpönt. Gewinngegenstände lassen sich bei einigem guten Willen der Beteiligten und bei einigermaßen Schnorrtalent kostenlos beschaffen, und der Absatz von Losen dürfte nie schwierig sein, da der Reiz einer Lotterie nie versagt. Damit möge es für heute genug sein, und es würde mir Freude bereiten, wenn meine Aufzählung durch die praktische Erfahrung meiner Kollegen von der gleichen Zunft vielseitig ergänzt oder kritisiert wird. Zweifellos werden sich auch Moralisten finden, die es mit ihrem höher entwickelten Qewissen nicht vereinbaren dürfen, daß unmoralische Mittel einen heiligen Zweck entweihen, aber solchen Herren empfehle ich zum Kurgebrauch die Uebernahme einer jüdischen Turnvereinskasse für einige Zeit. Vielleicht entwickelt sich deren moralischer Charakter dann zu einem mehr „einnehmenden" Wesen. Die Olympiade. In Stockholm, der sportfreudigen Hauptstadt Schwedens, finden vom 6. bis 15. Juli die Olympischen Spiele statt. Die Kulturstaaten rüsten zu machtvoller Beteiligung und leisten aus Staatsmitteln hohe Zuschüsse zu den Kosten der Expedition. Der Deutsche Reichsausschuß für Olympische Spiele hielt in Berlin eine Sitzung ab, in der die Vorbereitungen für die Stockholmer Olympiade besprochen wurden. Es sollen etwa 160 deutsche Bewerber entsandt werden. Die Kosten werden sich pro Mann auf 500 M. stellen. Um diesen Betrag aufzubringen, ist der Reichsausschuß an die Reichsregierung herangetreten mit der Bitte um Bewilligung von 50 000 M., nachdem bereits Ungarn 40 000 M. und das kleine Norwegen 36 000 M. für die Entsendung von Mannschaften ihres Landes zur Verfügung gestellt haben. Seitens der „Deutschen Turnerschaft" liegt ein Beschluß vor, nach dein Jeder Turnkreis einen bezw. zwei seiner Besten entsenden soll. Das dUrfte sich als untunlich herausstellen, da 30—40 zusammengewürfelte Leute schwerlich die deutschen Farben einheitlich vertreten können., Allerdings sind die Bedingungen, die für die Teilnahme ausgeschrieben sind, sehr scharfe. Oroßer Eifer in der Lösung der Frage ist auch nicht zu verspüren, da man über die durchaus unwürdige Behandlung der deutschen Turner auf den letzten Olympischen Spielen in London 1908 noch arg verschnupft ist. Obwohl die Deutsche Turnerschaft für ihre Leistungen die höchste zu vergebende Auszeichnung erhielt, die coupe' olympique, einen goldenen Pokal, der als Wanderpreis 1906 von der schwedischen Mannschaft in Athen errungen worden war, so ist damit die 1908 zugefügte Wunde noch nicht vergessen. Die Ausschreibungen der diesjährigen Olympiade weisen manche bemerkenswerte Neuerung auf. Die interessanteste unter ihnen ist zweifellos die erstmalige Bekanntgabe eines modernen Fünfkampfes, für den Qraf Coubertin einen wertvollen Wanderpreis gestiftet hat. Die Konkurrenz umfallt folgende Sportzweige: I. D u c 11 s c h i e ß e u auf 25 Meter. 20 Schüsse in 4 Serien von je 5 Schüssen. 2 Probeschüsse. Ziel: Volle Mannscheibe, in Zonen geteilt, 1,7 m hoch.

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