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Jüdische Turnzeitung · 1912-02-01 · 2/3 (2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
2/3 (2.1912)
Date
1912-02-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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No. 2/3 35 Die großen Mittel zum Zwecke werden bekannt genug sein. Zunächst möglichst hohe Mitglieder-Beiträge, doch während die aktiven Turner vor Ueberlastung geschützt sein mögen, könnte man sich oft eine hübsche regelmäßige Mehreinnahme durch Animierung zu freiwilligen höheren Beiträgen von Bessersituierten verschaffen. Qemeinden, Logen und größere Korporationen sollten überall um Subventionen ersucht werden, und im schlimmsten Falle sind ablehnende Antworten auch manchmal ganz wertvolle Dokumente. Die maßgebenden Persönlichkeiten werden am besten durch Ehrenfreikarten bei Turnfesten oder dergl. gewonnen. A propos — solche Turnfeste und ähnliche Veranstaltungen sollen immer einen netten Ueberschuß zugunsten der Vereinskasse ergeben. Bei organisatorischem Oeschick wird sich das erreichen lassen, ohne daß der propagandistische Zweck der Feste darunter leidet. Doch nun zu den kleinen geldbringenden Mitteln, die den eigentlichen Zweck dieser Zeilen darstellen. Jedem Vereinskassierer sind wohl die stets wachsenden Ausgaben für Drucksachen ein Dorn im Auge, und doch gibt es ein Rezept, aus diesem Ausgabeposten eine Einnahmequelle zu machen. Bei Drucklegung von Festprogrammen, Propagandazirkularen oder ähnlichen, die in verhältnismäßig großer Auflage hergestellt werden, sammle man einfach Inserate, die dann eine prosaische Einrahmung zum poetischen Inhalte der Drucksache bilden Sollen. Jedes Cafe, in welchem die Turner öfters verkehren, jedes Geschäft, das auf die Kundschaft der Vereinsmitglleder oder Uberhaupt auf Jüdische Kundschaft reflektiert, insbesondere jedes Sportgeschäft und dergl. muß ein Inserat aufgeben, und die meisten der persönlich Angekeilten werden gar nicht wagen, eine ablehnende Antwort zu geben. In Ermangelung einer jüdischen Lokalzeitung wird es vielen Firmen sogar sehr willkommen sein, auf diese Weise mit ihren Offerten das kaufkräftige jüdische Publikum zu gewinnen. Es ist ein bewährtes Paradoxa: „Je mehr Passive — desto mehr Aktiva", gemeint sind natürlich Passivmitglieder. Aber leider stehen letztere oftmals nur in ganz losem Zusammenhange mit dem Vereinsleben und fallefi dadurch leicht wieder ab. Auch diesem Uebel ist unschwer zu steuern, indem die Vereinszugehörigkeit zur Benutzung von wirtschaftlichen Vorteilen ausgestaltet wird. Vereine, die über eine ansehnliche Mitgliederzahl verfügen, werden leicht die entsprechenden Geschäftsleute dafür gewinnen, daß die Vorweisung der Mitgliedskarte zum Genuß eines Extra- Rabattsatzes berechtigt. Ebensolche Vergünstigungen gewähren die Theater und sonstigen Vergnügungsinstitute jeder Art in zuvorkommenster Weise. Eventuell ist der Verkauf von Theaterbons etc. einzurichten und kann Uberhaupt die große Kaufkraft einer beträchtlichen Anzahl vielfach gewinnbringend ausgestaltet werden. Keine öffentliche Darbietung sollte man vorübergehen lassen, ohne durch Herstellung und Verkauf von eigenen Ansichtskarten beiden Teilen, dem Publikum und der Vereinskasse Freude zu bereiten. Schön reproduzierte Turnergruppen, oder noch zügiger sind Turnerpyramiden, werden immer gern gekauft, selbst bei einigen 100 Prozent Preisaufschlag. Uebrigbleibende Restbestände kann man immer noch im Laufe des Jahres gelegentlich von Ausflügen mit Gewinn absetzen. Ein Radikalmittel in dieser Beziehung stellt die Einrichtung einer Saalpost anläßlich von Tanzkränzchen oder dergl. dar, wenn ausschließlich eigene Karten verwendet werden dürfen und nötigenfalls die Empfängerin der meisten Karten durch einen Preis prämiiert wird. Vereine mit dem glücklichen Anhang von üarneiiriegen können sich durch öftere Tanzkränzchen überhaupt viel Freude, Passivmitglieder und

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