Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 2/3 (2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2/3 33 70—90 Kranke (natürlich abgesehen von den durch Kugeln und Shrapnells Blessierten und sonstigen Verletzten, z. B. Leuten, die ein Bein durch einen Unfall gebrochen hatten usw.) Die Italiener aber hatten Hunderte, die einfach dem Klima und den Strapazen zum Opfer gefallen waren. Ich kann nicht sagen, daß ich mich sehr darauf hin beobachtete, ob der Vegetarismus, dem ich einige Wochen, der Not gehorchend, huldigte, mir besser bekam als meine sonstige gemischte Kost. Ich möchte diesbezüglich kein Urteil abgeben. Wohl aber fühlte ich mich, wenn ich nicht große Portionen bekam, sehr unwohl. In den Uebergangswochen von der Fleischnahrung zur fleischlosen Küche muß man m. E. noch größere Mengen Vegetabilien zu sich nehmen. Da ich früher schon zwei Jahre Vegetarier war (was mir nicht schlecht bekam), so kann ich wohl ziemlich objektiv über die Frage sprechen. Wenn man sich an die vegetarische Nahrung gewöhnt hat, dann kann man mit der Zeit sich auf kleine Quantitäten beschränken. Ich glaube, daß diese Nahrungsweise für physische Leistungen eine sehr zweckmäßige ist. Daß der Mensch dabei bestehen kann, das zeigt u. a. auch der Araber. Denn sein Fleischkonsum ist meist auf wenige Tage im Jahre beschränkt. Die Intelligenz leidet kaum unter dem Vegetarismus, denn dumm kann man die Beduinen nicht nennen, im Qegenteil, sie sind sehr geweckt, leinen ziemlich leicht Sprachen und zeigen sich stets sehr anstellig. Sport, in unserem Sinne, kennt der Sohn der Wüste nicht. Er hat es auch nicht nötig. Im Qegenteil, bei ihm gilt es für fein, sich wenig Bewegung zu machen, jedenfalls nicht zu laufen. Ihre Führer, die Scheichs, sind die einzigen Personen, die wohlgenährt aussehen; sie sitzen im Feldzug ständig auf Pferden. Als ich — was mir übrigens auch stets sonst im Orient, z. B. in Syrien, passierte — zii Fuß einige Touren zurücklegte, da hatte ich lange vorher mit Widerständen zu kämpfen. Ein „Kavalier" gehe nicht. Er nimmt ein Pferd, zu mindestens ein Maultier oder einen Esel, ja sogar eher noch ein Kamel. Und die Motivierung „Laufen ist gesund" versteht der Orientale nicht. Er, der eine eiserne Gesundheit besitzt, der stets laufen muß, hält das natürlich für kein Vergnügen. Ich schreibe flbrigens wohl mit Recht der gesunden Lebenswelse zu. daß die Freiwilligen, die aus den arabischen Stämmen zusammenströmten, zum Teil sehr alt waren, aber anscheinend die Strapazen genau wie die Jungen ertrugen. So gab die Reise und der Aufenthalt in Tripolitanien mir eine Reihe interessanter Beobachtungen, und wenn ich nochmals etwas hervorheben darf, so ist es die Erkenntnis, daß alle Reiselustigen sich schon zu Hause durch fleißiges sportliches Training für die Fahrt rüsten sollten. Dr. Felix A. Theilhaber. Exempla docent! Wir geben als nachahmenswerte Muster ein „Rundschreiben" und eine „Mahnkarte" des Königsberger Turnvereins wieder und hoffen, auch bald aus anderen Vereinen Muäterjgtlltlges veröffentlichen zu können. D. Red. Lieber Turnbruder! Die Notwendigkeit, der drohenden physischen Degeneration unseres Volkes durch körperliche Ertüchtigung jedes einzelnen zu steuern, hat uns zusammengeführt. Zu diesem Zwecke ist regelmäßiger, -pü HkHielte r Besuch unserer Veranstaltungen und eifrige Teilnahme an unseren Turnübungen erstes Erfordernis. Ein zweimaliges Turnen in der Woche allein