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Jüdische Turnzeitung · 1912-01-01 · 1 (1.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
1 (1.1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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15 Turnens zu verstehen. So mehren sich allmählich die Freunde des Makkabi! Der Vorstand des Cousgoundjouker Makkabi ist für die Leitung und die Hebung des Prestiges unserer Organisation zu beglückwünschen Somit hat die Serie der Festlichkeiten des Makkabi trotz des Krieges~und der finanziell anormalen Lage sehr günstig begonnen, und wir können hoffen, daß unsere übrigen Vororte ebenfalls nicht leiden werden. Man vergäll in diesem reich geschmückten Saale an Krieg und Krisis, Sorgen und Politik. Aller Herzen waren von ein und demselben Wunsche beseelt, die feschen Turner und Turnerinnen endlich zu sehen. Wie groß war die Freude der Anwesenden, als der Vorhang sich löste! Nachdem die Turner die Hatikwah und den „Maos zur jeschuati" gesungen hatten, eröffnete Herr Palacci, Vorsitzender, das Fest mit einer Rede, die algemeinen Beifall fand. Er sagte unter anderem: Wir Makkabisten protzen nicht mit leeren Worten, sondern mit Taten. Und richtig, die Turner und Turnerinnen bewiesen zur Genüge, daß ihr Führer recht hatte. Das reichhaltige Programm enthielt eine Menge schöner aber gleichzeitig auch sehr schwierige/ Uebungen, die mit einer Strammheit ausgeführt wurden, die .den Zuschauer glauben machten, ältere Turner vor sich zu sehen. Die Boxübungen der kleinen Knaben erneuerten den Beifall. Die Fahnenübungen der Mädchen waren sehr gelungen, ebenso die Stabübungen der Jugend. Allgemeine Freude riefen die schwedischen Gemein- und Gewehrübungen der Herren hervor, die wirklich mit einer wunderbaren Strammheit ausgeführt wurden. Ja, es muß gesagt werden, daß diese Turner sehr gut neben den alten Turnern Peras stehen könnten. Bei dem Gerütturnen ließen sich einige Mängel bemerken, was aber dem Publikum nicht auffallen kann. Ich muß gestehen, daß das sehr reichhaltige Programm — 12 verschiedene turnerische Vorführungen — mit einem Ensemble ausgeführt worden ist, das dem jungen Turnwart Herrn Leon Caraco nur Ehre macht. Der Hauptturnwart des Makkabi, der dem Feste beiwohnte, konnte seiner Freude keinen Halt machen, und sprach dem Herrn Leon Caraco, sowie seinen treuen Mitarbeitern, Palacci, Abenjacar. Danon, Arditti, Pisante usw. im Namen des Zentralausschusses und im Auftrage des Präsidenten Herrn Abramowitz, der ebenfalls dem Feste beiwohnte, öffentlich den tiefgefühltesten Dank für die Opferwilligkeit und das Geleistete aus, sowie den Turnern und Turnerinnen für die Liebe und das Interesse, das sie dem Makkabi entgegenbringen. Seine Worte fanden allgemeinen Beifall und wurden durch eine Salve, die er zu Ehren des Herrn Caraco abfeuerte, und an der sich alles, jung und alt, beteiligte, bekräftigt. Als Programmschluß figurierte ein kriegerisches Bild, nämlich die Verteidigung der türkischen Fahne. Trommelschlag und Trompetenschall verkündeten den Krieg, wobei die Turner auf der Bühne, um die Fahne gruppiert, darunter mehrere Gefallene, in verschiedenen Stellungen dieselbe verteidigten. Die Turner, in ihrer Straßenuniform (Kaki), standen wie die Kupferstatuen da, und wurden bejubelt. Nach dem ausgefochtenen Kampfe gruppierten sich die Turner — zu denen sich auch selbstverständlich die totgeglaubten hinzugesellteh — und marschierten in Jubel davon. Der patriotische Oeist, der sich der Anwesenden bemannte, ist unbeschreiblich gewesen und wurde noch durch die Aufführung eines hebräischen Theaterstückes, „Tripoli", verfaßt von Herrn Kantarowitz, Lehrer an der Couscoundjouger Schule, erhöht, der bis zum Schlüsse des Festes andauerte. Die Freude war groß, und die Jugend sehnte sich schließlich nach dem Tanze, der auch bald darauf begonnen hatte, um erst um 7 Uhr morgens aufzuhören. Jeder nahm ein gutes Andenken mit sich, und was dem Makkabi zurflckblieb, das ist ein Reinertrag von über 25 Ltq. gleich 500 M.. die zum Gedeihen des Vereins hoffentlich viel beitragen werden.

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