Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 1 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 13 1911 Januar 24,1 Turner Februar 25,0 März 20,9 „ April 16,0 Mai 21,0 „ Es folgte von Mitte Mai ab ein im ganzen nur müßig besuchter Spielimd Sportbetrieb auf einem städtischen Spielplatz, Mit Anfang September begann wiederum der Turubetrieb in einer — diesmal bedeutend günstiger gelegenen — Turnhalle mit folgender Frequenz: September 14,3 Turner Oktober 18,0 November 31,0 „ : Dezember (bis jetzt) 39,(1 Die gewaltigen Schwankungen dürften wundernehmen, linden aber \or allem in einein lokalen Grunde eine leichte Erklärung. Die hiesige Universität wird wegen der Grenznahe besonders gerne von jungen russischen Volksgenossen zum Studium aufgesucht, und ihr Fernbleiben während der Ferien beeinflußt unseren Tumbesuch bedeutend. Dafür aber bietet unser Turnboden sowohl für den turnerischen Beobachter ein um so größeres Interesseals auch der jüdisch-turnerischen Er- '/.iehungsarbeil eine um so größere Aufgabe, denn es gilt, bisher turnerisch völlig unberührten jungen Leuten*) von etwa 20 Jahren von Anfang au die Elemente des Turnens darzubieten. Und wenn diese Aufgabe mit halbw egs gutem Erfolge von uns gelöst ist, so mag das allein für die Bedeutung unseres Vereins Zeugnis ablegen.. Haben wir so doch Gelegenheit, Turnlust und turnerische Betätigung über jüdische Kreise Rußlands zu verbreiten. Das Vergnügen, das unsere jungen Turjier an .unseren Übungen finden, kommt zum Ausdruck in ihrem recht erfreulichen, regelmäßigen Turnbesuch, ihre Fortschritte in oft recht guten Leistungen, vor allem aber in der ganzen Natur, dem erweiterten Brustumfang, der gesteigerten Sicherheit und Zielbewußtheit ihres ganzen Auftretens. Und wenn wir sehen, mit welcher Energie unsere Turnbrüder aus dem Osten auf unseren Turnmärscheu die letzten Kilometer •- wie wir alle — im Gleichschritt nehmen, wie sie schnell Gewandtheit und Sicherheit bei unseren Spielen erlangen, so geben sie uns Westlern immer von neuem das stolze Bewußtsein des Wertes, auch des körperlichen Wertes unserer Rasse. Aber auch eine nicht unbeträchtliche Zahl unserer Turner aus den hiesigen kaufmännischen und studentischen Kreisen besucht regelmäßig und ei folgreich unsere Abende. Was uns indessen leider noch immer abgeht, ist ein fester Stamm gut durchgebildeter und geeigneter Vorturner. Hier vor allem wird unsere Arbeit mit größter Energie einzusetzen haben. Unsere Turnabende suchen wir so interessant und vorteilhaft wie irgend möglich auszugestalten. Wir beginnen gewöhnlich mit Freiübungen, unter denen wir auch dem modernen Schwedischen (Lingschen) System und den japanischen Oewandtheitsiibungefr (Jlu-Jitsir) einen breiten Platz eingeräumt haben, sodaß wir den Anforderungen Burins (siehe November-Nummer dieser Zeitschrift) schon lange nachkommen. Wir beschließen die Freiübungen nach etwa 20 Minuten mit Marsch-, Lauf- und Ordnungsübungen. Daun folgen etwa 40 Minuten Geräteturnen mit einmaligem Gerütcwechsel. worauf wir noch eine Viertelsfunde volkstümlichen Hallen-Spielen widmen. *) Leibesübungen sind nur an gm* verschwindend «entgert russischen Schulen eingeführt.