Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 1 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 11 Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. J.T.V. „Bar Kochba". (Bericht für November und Dezember 1911.) Am 17. November sprach JuliusHirsch über seine „Eindrücke als Turnlehrer des Makkabi in Konstantinopel" vor etwa 200 Personen, die seinen lebendigen Schilderungen mit Interesse folgten. — Am Sonntag, den 4. Dezember veranstaltete die S p o r t - A b t e i I u n g einen Vortragsabend, an dem Fritz Abraham über „Die Juden im Sport" sprach. Nach dem interessanten Referat entspann sich eine lebhafte Diskussion über die paritätischen Sportvereine, die von unserer Seite treffend als Assimilationserscheinung charakterisiert wurden. Beide Abende endeten mit einem gemütlichen Beisammensein bei Tanz und Vorträgen. — Das Chanukafest begingen wir in 3 verschiedenen Veranstaltungen, die sämtlich viel Erfolg brachten. Die Chanukafeier der beiden ersten Jugend-Abteilungen (Lehrlinge und Schüler von 14—18 Jahren) fand am 17. DezembeT in den Sophiensälen unter der Leitung von Erich Burin statt. Herr Lazarus Barth hielt die Festrede. Die Feier, die sehr stimmungsvoll verlief, endete mit einer Fidelitas, von der die Hobelbank besonders hervorzuheben ist. Am 24. Dezemher veranstaltete der „Bar Kochba" seine Makkabäerfeier und sein 13. Stiftungsfest in Form eines Kommerses, den Herr Dr. Grone mann in überaus geistreicher Weise leitete, mit anschließendem Ball. In seiner Festrede zeigte Herr Dr. Zlocisti treffend den Unterschied zwischen dem alten religiösen Chanukah und der modernen nationalen Makkabäerfeier. Frau Jenny Heß-Alexander trug in vollendeter Form die Arie aus Elias von Mendelssohn vor. Nach den Ansprachen der Vertreter der befreundeten Vereine und den turnerischen Vorführungen folgten — der Höhepunkt des Festes — die von den Künstlern Jakob P1 e ß n e r und Hermann Struck gestellten Marmorgruppen. Die Bilder, die klassische sportliche Bildwerke und Motive aus der jüdischen Geschichte darstellten, fanden begeisterten Beifall. Der darauf folgende Ball wurde nur durch die Kaffeetafel unterbrochen, während der Herr Rochelli uns in origineller Weise seine Bauchredekunst vorführte und Herr A. Schragenbeim eine wohlgelungene Hobelbank vortrug. Allen, die au dem erfreulichen Gelingen des Festes, das auch einen beträchtlichen Ueberschuß brachte, beigetragen haben, sei unser aller Dank ausgesprochen. Am 1. Januar fand für die Kinderabteilungen des J.T.V. „Bai Kochba" eine Chanukafeier statt, die von über 30p Personen besucht war. Herr Dr. Heinrich Loewe hielt einen Lichtbildervortrag, in welchem er wundervolle Bilder aus der jüdischen Üeschichte brachte, die das größte Interesse, besonders unserer Kleinen, fanden. Darauf wies Frau Dr. Jalowf'cz in ihrer Begrüßungsansprache auf die Bedeutung des Turnens für die Erziehung des jüdischen Kindes hin. Es folgten das Turnen einer S c h ü 1 e r r I e g e a m B a r r e n, die ganz Erstaunliches leistete, und ein niedliches Chanukafest spiel, das Frau Dr. Jalowicz verfaßt und eingeübt hatte. Zu alledem gab es Schokolade und Kuchen, so daß unsere Kleinen nachher begeistert nach Hause gingen. DroHObycz und Stryf (Galizlen). Einen prächtigen Agitationsabend für die Propagierung der Turnidee hat der Lemberger Turnverein „Dror" bei uns in Drohobycz veranstaltet. Die traditionelle Makkabäerfeier hat beinahe ausschließlich im Zeichen der Turnidee gestanden, so daß ein großer Teil des Programms des Makkabäerabends von unseren Turnern bestritten werden mußte. Glänzend hat der Lemberger Turnverein seine Aufgabe erfüllt. Zwölf stramme, kräftige junge Leute haben durch einige schön aus-